Work-Life-Balance und Selbstmanagement im Berufs- und Arbeitsleben

Die richtige Work-Live-Balance zu finden, ist eine permanente individuelle Herausforderung. Es gibt kein Patentrezept, weil Lebenswege und -situation sowie Erwartungen und Ansprüche sehr verschieden sind. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle. Durch moderne Gender-Modelle verschwimmen zwar Unterschiede zwischen den Geschlechtern, aber bei der Forschung zum effizienten Gleichgewicht der einzelnen Lebensbereiche wurden signifikante Unterschiede festgestellt.

Work-Live-Balance

Die Work-Live-Balance ist auch keine individuelle Konstante, sondern abhängig vom Lebensalter, sich verändernden Rahmenbedingungen und Prämissen.

Sowohl im Berufs- als auch im Privatleben gibt es unterschiedliche Lebensbereiche, die stets interagieren. Diese sollten sich nicht behindern, idealerweise sogar gegenseitig fördern. Leider gelingt das in der Praxis nicht immer. Die Folge kann unter Umständen „Burnout“ sein.

Welche Bereiche wichtig sind, ist individuell verschieden. Der Eine hat Verantwortung in der Familie, muss sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmern. Der Andere hat eine Funktion im Sportverein oder ist ehrenamtlich tätig.

Es gibt auch immer mehr Multi-Jobber. Nicht selten ist die Frau im Office am Wochenende als Bedienung in der Cocktailbar tätig und der Hausmeister arbeitet nebenbei für ein Sicherheitsunternehmen.

Die Anforderungen an den Einzelnen steigen

Ein beruflicher Kontext ist im Prinzip immer gegeben, auch bei Menschen, die auf Jobsuche sind und sich um gesellschaftliche Akzeptanz bemühen müssen. Auch bei Rentnern wirkt das Arbeitsleben nach oder ist im Rahmen von Teilzeitjobs immer noch ein gravierender Bestandteil des Lebens.

Die Rollen, die im jeweiligen Lebensbereich auszufüllen sind, können erfüllend oder frustrierend sein. Eine Ausnahme diesbezüglich bildet der Status eines Jobsuchenden, weil vergebliche Bemühungen zwangsläufig Frustration bedingen, unter Umständen sogar soziale Isolierung.

Die Kluft zwischen Ansprüchen, Wünschen und Lebenswirklichkeit wirkt sich bei allen vorgestellten Zielgruppen auf andere Lebensbereiche aus.

Selbstmanagement

Ein gutes Selbstmanagement kann helfen, sich optimal zu entwickeln. Der Begriff „Selbstmanagement“ bedeutet, dass man sich unabhängig von den Rahmenbedingungen beruflich und persönlich positiv entwickelt. Dieses kann durch realistische Zielsetzungen und Motivation erfolgen. Die entscheidende Voraussetzung dafür ist ein starker Wille. Materielle Motive sind in der Regel als Motivation weniger geeignet als die dahinter stehenden ideellen Zwecke und Ziele.

Über die Fähigkeit zu einem guten Selbstmanagement verfügt nicht jeder. Wer gerade im privaten Bereich in einer schwierigen Situation ist, z.B. in einer Trennungssituation, ist meist unausgeglichen und macht oft im Berufsleben Fehler. Auch der umgekehrte Fall ist möglich: wer im beruflichen Bereich gedemütigt oder gemobbt wird, ist im privaten Bereich je nach Neigung in sich gekehrt oder aggressiv.

Kleine Erfolge können jedoch Frust kompensieren und ein positives Feedback kann Wunder bewirken. Deshalb ist es auch wichtig, Interessen zu pflegen, auch wenn sich daraus kein unmittelbarer Nutzen ergibt, möglicherweise sogar investiert werden muss.

Methoden der Achtsamkeit

Achtsamkeit bedeutet, dass man alle Eindrücke bewusst wahrnimmt, ohne diese zu bewerten. Ihren Ursprung hat Achtsamkeit im Buddhismus und Methoden der Achtsamkeit können im Rahmen einer Psychotherapie erlernt werden und ist besonders empfehlenswert als Maßnahme zur präventiven Vorsorge im Rahmen der psychischen Gesundheit.

Ebenso kann ein Unternehmen wertvolle Beiträge leisten, damit der Einklang des beruflichen Lebens mit anderen Lebensbereichen gewährleistet ist. Eine familienfreundliche Personalpolitik wäre diesbezüglich ein erster Schritt. Die Möglichkeit zum Home-Office oder die Kinder mit zu Arbeitsplatz bringen zu dürfen, steigern die Zufriedenheit der Arbeitnehmer ebenso wie die Bindung an das Unternehmen, weil Familie und Job vereinbar werden.

Auch Angebote im Bereich „Sport“ oder „Gesundheitsförderung“ tragen zur individuellen Zufriedenheit bei.

Es gibt auch Erklärungsansätze, die davon ausgehen, dass eingeschränktes Konsumverhalten größere Zufriedenheit verursacht, weil man sich dann nicht zu sehr von der Erwerbstätigkeit abhängig machen muss. Allerdings ist wie oben beschrieben nicht jeder Leitsatz für Jeden geeignet, aber es gibt immer Möglichkeiten im Rahmen individueller Schwerpunktsetzungen.