Verlust und Trauer bei Jobverlust richtig verarbeiten - psychotherapeutische Therapiemethoden

Kaum etwas beschäftigt uns Menschen mehr, als die tägliche Arbeit! Und nüchtern betrachtet nimmt die tägliche Arbeit den mit Abstand größten Teil der erlebten Wochenzeit in Anspruch. Dabei sind nicht wenige sind mit ihrer Arbeitssituation und mit dem Umfeld unzufrieden. Kommt es aber zu einem plötzlichen Jobverlust, dann fallen viele Menschen in ein tiefes Loch. Denn obwohl wir mit unserer Arbeit in der Mehrheit der Fälle unzufrieden sind, macht uns der Verlust der Arbeitsstelle zu schaffen.

Erst wenn etwas verloren ist, weiß man um seine Bedeutung

Die Bedeutung der Arbeit wird erst dann bewusst, wenn diese Grundlage entfällt. Denn Arbeit erfüllt viele wichtige Aufgaben. Zum einen natürlich Sicherung der eigenen Existenz! Ohne regelmäßige Arbeit lassen sich Zukunftspläne nicht verwirklichen und auch das tägliche Leben verändert sich. Fragestellungen, wie und ob der Kredit weiter bezahlt werden kann, ob der Urlaub in dieser Form bezahlbar ist, tauchen wie aus dem nichts auf und belasten zusätzlich. Daneben entsteht auch der Verlust sozialer Bindungen, denn Arbeit bedeutet auch sozialen Austausch.

Plötzlich ändert sich die Lebenssituation

Eine Kündigung trifft die Mehrheit völlig unvorbereitet. Von jetzt auf gleich ändert sich alles und das was vorher gewiss war, wird plötzlich vollkommen ungewiss. Den alten Job gibt es nicht mehr und etwas Neues ist nicht in Aussicht! Mit dieser Kündigungsangst wird jeder zunächst konfrontiert. Viele beschreiben diesen Zustand auch als ein dunkles Loch in das man hineingesaugt wird.

Hinzu kommt die Frage, wieso es ausgerechnet mich und nicht den anderen getroffen hat. Und plötzlich stehen Selbstzweifel im Raum, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. War man wirklich für den Job geeignet, ist man überhaupt qualifiziert. Auch wenn jeder individuell mit dieser Frage konfrontiert wird, die Mehrheit derjenigen, die arbeitslos geworden sind treffen ähnliche Zweifel.

Die Jobsuche – eine neue Herausforderung

Ist der erste Schock überwunden, geht es auf die Suche nach einem neuen Job. Auch hier treffen Selbstzweifel auf den Betroffenen. Auch wenn die Rahmenbedingungen gut sind, das Anschreiben perfekt und die ausgeschriebene Stelle scheinbar zu 100% passt – es ist nicht unwahrscheinlich, dass als erstes eine Absage eintrifft! Und viele empfinden die erste Absage ähnlich, wie die eigentliche Kündigung!

Und gerade in diesem Zusammenhang können schnell Gefühle wie Versagensangst entstehen, an deren Ende das Scheitern der gesamten Existenz steht. Auch wenn Freunde und Bekannte an dieser Stelle unterstützen und davon sprechen, dass alles ein gutes Ende nehmen wird – im Hier und Jetzt bleiben viele Zweifel.

Psychotherapie kann helfen mit dem Jobverlust umzugehen

Werden die Ängste übermächtig kann eine Psychotherapie helfen und die Brücke in einen neuen Umgang mit dem Jobverlust bauen. Dazu bedient sich die moderne Psychotherapie verschiedener Ansätze. Im Detail handelt es sich dabei um die:

  • Tiefenpsychologie
  • Verhaltenstherapie
  • Gesprächstherapie
  • Systemische Therapie

Die Tiefenpsychologie geht vom Ansatz aus, dass unterhalb des Bewussten unbewusste Prozesse ablaufen, die den Patienten beeinflussen. Diese werden herausgearbeitet.
Bei der Verhaltenstherapie steht die Gegenwart im Vordergrund. Der Patient versucht bestimmt negative Handlungsmuster zu durchbrechen und dabei neue für ihn positive Muster zu erlernen. In der Gesprächstherapie geht es um das „Verdauen“ der aktuellen Lebenssituation. Der Therapeut muss hierzu eine starke empathische Beziehung aufbauen und über diese Beziehung auf den Patienten einzuwirken.

Schlussendlich wird in der systemischen Therapie der Ansatz verfolgt, Beziehungen und Kommunikationsstrukturen zunächst zu ermitteln und dann im Anschluss daraufhin zu untersuchen, ob und in welcher Form hier Störungen auftreten. An diesen Störungen wird dann entsprechend gearbeitet.

Egal welche Therapie dabei zielführend ist. Bei einem Jobverlust sollten sich Betroffene immer dann schnellstmöglich Hilfe suchen, wenn Probleme scheinbar unüberwindbar scheinen und sich zu unüberbrückbaren Hindernissen auftürmen.