Trauer nach Trennung

Eine Trennung ist nicht nur schmerzhaft, sie hinterlässt auch Narben und Wunden in der Seele; unter Umständen können diese auch zu psychischen Problemen, wie beispielsweise einer Depression, führen. Um den Trennungsschmerzen verarbeiten und loslassen zu können, kann es hilfreich sein zu wissen, welche körperlichen Reaktionen und Gefühle zu erwarten sind.

Es gibt verschiedene Trauerphasen von unterschiedlicher Zeitdauer:

Die erste Phase: Das Verleugnen

Das Beziehungsende wird verdrängt und der Versuch gestartet, den Partner zurückzugewinnen; die Bereitschaft, alles dafür zu tun, ist groß.

Die zweite Phase: Der Ausbruch der Gefühle

Eine Welle von schmerzvollen Gefühlen ist vorhanden, Angst, Hilflosigkeit und Verzweiflung beherrschen den Alltag, Selbstmitleid, Zweifel, Eifersucht und vieles mehr finden kein Ende. Die Flucht in die beruflichen oder gar unsinnigen Aktivitäten kann für den Moment hilfreich sein, aber nicht auf die Dauer. Ein Rückzug von Freunden ist ebenfalls nicht empfehlenswert, denn auch sie gehören zu der neuen Zukunft.

Die dritte Phase: Die Neuorientierung

Langsam gibt es ein Licht und Zukunftspläne am Horizont zu sehen; Alleingänge sind wieder möglich, Verzweiflung aufgrund der Trennung ist abnehmend und das Loslassen fällt leichter.

Die vierte Phase: Das neue Gleichgewicht

In der Zwischenzeit ist klar geworden, warum es zu der Trennung gekommen ist und das Selbstvertrauen kommt wieder zurück. Die Zukunft nimmt Formen an, die Trennung ist verarbeitet und die Schmerzen vergangen.

In der Regel dauert es ungefähr ein Jahr, bis die dritte Phase erreicht ist und zwischen zwei und vier Jahren bis zur vierten Phase.

Männer verarbeiten die Trauerphasen meistens schneller und auf eine andere Weise. Sie kennen keine Selbstzweifel und wenn, dann nur für kurze Zeit. Sie bevorzugen es, eine neue Beziehung zu beginnen, statt in Trauer zu schwelgen und über allfällige Fehler nachzudenken, geschweige denn Selbstzweifel hochkommen zu lassen.

Es gibt keine ultimative Lösung bei der Verarbeitung einer Trennung, jedoch bieten Kleinigkeiten und die Beschäftigung mit sich selber eine große Hilfe bei der Verarbeitung von einer Trennung:

  • In der unmittelbaren Zukunft sollten keine allzu großen Veränderungen oder Entscheidungen stattfinden, sondern der Fokus auf sich selbst gerichtet sein;
  • alle Erinnerungen in einen Karton packen und in den Keller stellen;
  • Kontakt mit dem Ex Partner vermeiden;
  • den Trennungsschmerz nicht mit Alkohol und Medikamenten betäuben, es ist besser, den Schmerz zuzulassen um den Ex Partner besser loslassen zu können;
  • der Wut sowie dem Ärger und möglichen Selbstvorwürfen freien Lauf lassen;
  • Selbstzweifel aus dem Weg räumen und die Selbstachtung behalten;
  • die Trennung kann besser verarbeitet werden, wenn Fehler in der Beziehung mit Nachsicht behandelt werden. Kein Mensch ist perfekt und wer weiß, vielleicht ist die Trennung im Nachgang gesehen sogar von Vorteil;
  • ein allfälliges Angebot vom Partner ablehnen, um gute Freunde zu bleiben, weil jedes nette Wort als Hinweis für einen Neuanfang gewertet werden könnte;
  • Aktivitätenplan für die Feiertage und das Wochenende erstellen;
  • Musik hören und gut Essen, auch wenn der Sinn gerade nicht danach steht, die Glückshormone werden es danken;
  • neue Freundschaften knüpfen, eventuell in einer speziellen Therapiegruppe;
  • die Kinder nicht mit in die Konflikte einbeziehen, möglicherweise können sie den Zusammenhang noch nicht vollständig verstehen und möchten den Kontakt zum anderen Elternteil nicht unterbrechen;
  • nicht sofort eine neue Beziehung beginnen, die Gefühle könnten zur Enttäuschung werden.

Das Leben ist zu kurz, um in der Trauer zu versinken, deshalb sollte, wenn die Verarbeitung von einem Trennungsschmerz allzu lange dauert, die Hilfestellung von außen zumindest in Betracht gezogen werden. In der heutigen Zeit muss sich dafür nicht mehr geschämt werden, abgesehen davon, dass es um das persönliche Wohlergehen und die eigene Lebensqualität geht.