Stressreaktionen erkennen – Der Einfluss von Stressoren auf unseren Körper

Vielen Menschen ist, selbst in der heutigen Zeit, noch gar nicht so geläufig, was Psychosomatik ist. Dabei ist das ein wichtiger, wissenschaftlicher Bereich, der unserer Gesundheit massiv schaden kann, obwohl uns körperlich eigentlich gar nichts fehlt. Unser Körper reagiert nämlich in vielen Fällen physisch auf psychische Stressfaktoren.

Dies ist oftmals schwer abzugrenzen, da die Symptomatik, die wir zeigen, sehr mit denen diverser viraler oder bakteriell bedingter Krankheiten übereinstimmen. Kopfschmerz, Schwindel, Gliederschmerz. Ganz übliche Reaktionen auf Stress, aber auch zum Beispiel auf eine Grippe.

Um zu erkennen, um was es sich handelt, muss man sich gewahr werden, auf welche Art der Stressoren man empfindlich reagiert. Doch dafür möchte ich erst einmal erklären, was Stressoren denn eigentlich sind.

Stressoren – unscheinbare Krankmacher

Tatsächlich können Stressoren – oder auch einfach äußerliche Einflüsse, die den einzelnen Menschen stark stressen können – sehr individuell auftreten. Allgemein unterscheidet man aber zwischen physischen und psychischen Stressoren.

Die Physischen sind hier wohl für die meisten am einfachsten nachzuvollziehen. Hier handelt es sich beispielsweise um:

  • Hitze oder Kälte
  • Hunger oder Durst
  • Infektionen
  • Schmerz
  • Lautstärke
  • Grelles Licht
  • Berührungen

Psychische Stressoren sind ähnlich individuell – vielleicht sogar etwas mehr. Hierzu können zählen:

  • Versagens-, Verlust- oder andere Ängste
  • Überforderung
  • Prüfungssituationen
  • Im Mittelpunkt stehen
  • Zeitdruck
  • zwischenmenschliche und innere Konflikte

Irgendwo kann sich hier vermutlich jeder wiederfinden, denn Stressoren sind ein großer Teil unseres Lebens und beeinflussen jeden Menschen. Was uns unterscheidet, ist die Intensität des Einflusses und wie wir damit umgehen, wenn wir den Stressoren ausgesetzt sind – oder schlimmer – wenn wir bereits Symptome spüren.

Symptomatik – wie sich der Stress zeigt

In der Symptomatik sieht das Ganze dann zum Glück weniger individuell aus. Stressphasen laufen oft ziemlich ähnlich ab. Viele unterscheiden hier in drei verschiedene Phasen, die sich vereinfacht einteilen lassen: in die Phase der Stresskonfrontation, in der der Stress beginnt Auswirkungen zu haben. Die Phase der Anpassung, in der der Körper mit dem Stress versucht klar zu kommen. Und wenn dies nicht klappt, Phase drei. Die Phase der Erschöpfung, in der der Körper nicht mehr kann.

In der ersten Phase, beim Auftreten der Stressoren, pumpt sich der Körper noch auf. Adrenalin wird ausgeschüttet, der Körper zu hoher Leistung angetrieben. Man merkt möglicherweise hohen Puls oder Blutdruck.

Geht Phase eins zu lang, beginnt der Körper sich an den Stress anzupassen. Das ist positiv aber auch negativ, denn der Körper wird zwar wieder geschont, allerdings ist er nicht mehr auf Hochtouren und ist eventuell mit anhaltenden Stressoren überfordert.

In Phase drei ist es dann vorbei, man merkt große Erschöpfung, Kopfschmerz, vielleicht Übelkeit. Man fühlt sich oft ziemlich krank. Das ist kein Wunder, immerhin ist in dieser Phase das Immunsystem bereits geschwächt.

Der große Extremfall von immer häufiger auftretender Phase drei kann dann das Burn Out Syndrom aber auch ein Herzinfarkt sein.

Die richtige Therapie

Die richtige Therapie für sich zu finden, kann sehr schwer sein.
Man muss auf jeden Fall vorher klar wissen, bei welcher Art der Stressoren und unter welchen Umständen man besonders anfällig ist, um nicht aus Unwissenheit eine Therapie zu starten, die vielleicht gar nichts bringt.

Ist man zum Beispiel sehr anfällig für laute Geräusche oder ähnliche Reizüberflutungen oder ist man gar jemand, der ein bestimmtes Reizmaß braucht, sollte man eventuell eine Therapie suchen, die am Verhalten ansetzt. Sie könnte dem Betroffenen dann im Alltag aufzeigen, wo man Ruhe herbekommt oder wie man für Reize sorgen kann. In diesem Fall können auch Achtsamkeitstherapien sehr hilfreich sein.

Bei Menschen mit Helfersyndrom, oder Menschen mit sozialen Ängsten, kann man wohl nur eine Psychotherapie empfehlen, die am eigenen Denken ansetzt. Hier muss zur Bewältigung also innerlich begonnen werden.

Hören Sie bei der Therapiesuche also unbedingt in sich und finden Sie heraus, was genau für Sie das Beste ist.