Söhne narzisstischer Väter

Narzisstische Väter leben in mehr oder weniger ausgeprägter Form ihre narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) aus, je nachdem welcher Subtypus die eigene Störung dominiert. Generell zeichnen sie sich insbesondere durch eine quasi nicht vorhandene Empathie und einer dysfunktionalen Selbstwertregulation aus.

Wenn sie sich überhaupt in ihre Söhne jemals hineinversetzt haben, dann nur mit dem Hintergedanken, wie das eigene Fleisch und Blut zum Zwecke der Selbsterhöhung benutzt werden kann.

Ausnutzen steht ganz oben auf der Liste

Überhaupt steht Ausnutzen ganz oben auf der Liste eines narzisstischen Vaters. Denn dieser wird kaum eine Gelegenheit ungenutzt lassen, aus der er einen persönlichen Gewinn ziehen könnte. Dass dies langfristig unweigerlich zu einer gestörten Vater-Sohn-Beziehung führt, liegt sozusagen „auf der Hand“.

Söhne leiden über ihre Kindheit hinaus an den Folgen dieser pathologischen Konstellation, bei der sie zumindest als Minderjährige in den meisten Fällen „den Kürzeren ziehen“. Die Anerkennung und Liebe, die sie als Söhne ihren Vätern gegenüber zeigen, gleichen einer Einbahnstraße. Dies kann sehr am eigenen Selbstwertgefühl kratzen, so dass einige betroffene Söhne bis ins Erwachsenenalter hinein unter den Folgen leiden. In der Folge suchen Betroffene häufig erst als Erwachsene den Weg zur Psychotherapie.

Narzissmus: Wie erkenne ich es?

Kaum ein Narzisst wird sich als ein solcher selbst sehen oder gar outen. Das Selbstbild ist dermaßen erhöht, dass Kritik an der Person oder dergleichen vollkommen abprallen. Für den Narzissten sind höchstens „die Anderen“ Schuld, am eigenen Verhalten gibt es nichts zu korrigieren.

Von außen betrachtet mag man einen ausgeprägten Narzissten womöglich noch entlarven können. Als Teil eines Familiensystems, zumal als vom Elternteil abhängiges Kind, fällt dieses ungemein schwieriger bis unmöglich. Deshalb ist es gar nicht ungewöhnlich, wenn Söhne ihre narzisstischen Väter erst im Erwachsenenalter als solche erkennen. Oft weil ihnen eigene Merkmale im Leben auffallen, die sie als störend oder durchaus belastend empfinden, wie zum Beispiel:

  • 1. Mangelndes Selbstwertgefühl: Der Wunsch nach Selbstliebe besteht, doch irgendwie bleibt dieser Mensch im Stadium der ständigen Selbstkritik stehen. Es wirkt fast so, als wäre jegliche Form des gesteigerten Selbstwertgefühls nicht zulässig.
  • 2. Erhöhte Verlustängste: Einsamkeit und Verlassenwerden fürchtet dieser Personenkreis sehr. Auf der Suche nach Bestätigung und Anerkennung stehen sich diese Menschen mit ständigen Selbstvorwürfen „nicht genügen zu können“ oft selbst im Weg.
  • 3. Unwohlsein in der Öffentlichkeit: Söhne von narzisstischen Vätern fühlen sich in der Öffentlichkeit meist unsicher. Zu groß die eigene Angst erneut für einen Fehler kritisiert zu werden. Weshalb viele selten offen eine eigene Meinung äußern oder gar Haltung zeigen können, sie sind sehr bedacht, was ihre Außenwirkung angeht.
  • 4. Übersensibilität: Da Betroffene von klein auf mit der Angst leben müssen, ständig in Frage gestellt und manipuliert zu werden, sind ihre „Fühler“ besonders stark ausgeprägt. Diese besondere Feinfühligkeit kann sich allerdings auch zum Nachteil auswirken. Beispielsweise wenn in einer Partnerschaft die eigenen „Glocken“ immer „auf Alarm stehen“ und Feedbacks im negativen Sinne überinterpretiert werden.
  • 5. Neigung zu Depressionen: Es braucht fast nicht erwähnt zu werden, dass die oben genannten Punkte durchaus zu depressiven Verstimmungen führen können. Betroffene suchen häufig bei sich selbst die Schuld, was die Niedergeschlagenheit nur noch mehr begünstigt und zu einer krankhaften Form (Depression) führen kann.

Selbstempowerment: Den Teufelskreis durchbrechen, um endlich durchatmen zu können

Eine Therapie kann viel Leidensdruck nehmen. Zum Beispiel haben sich als angewandte Therapiemethoden die Gesprächstherapie und die Kognitive Verhaltenstherapie als bewährte Methoden erwiesen. Hilfesuchende können unter professioneller Anleitung jene Dinge aufarbeiten, die aus der Kindheit heraus die gegenwärtigen Belastungen auslösen.

Gerade die Arbeit am eigenen Selbstwertgefühl ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie und setzt einen entscheidenden Grundstein für eine erfolgreiche Behandlung.

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