Social Distancing als Auslöser von Depressionen und posttraumatischen Belastungen

Unter Social Distancing versteht man die räumliche Trennung zu anderen Personen. Man hält untereinander Abstand, vermeidet bestmöglich das Berühren von Gegenständen und anderen Menschen und vermeidet den Besuch von Veranstaltungen, öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Restaurants oder Geschäften.

Gerade in Zeiten, in denen Menschen vor einer Infektion mit Covid-19 Angst haben, ist dieses Thema in den Vordergrund gerückt. Zahlreiche Maßnahmen wie Reisebeschränkungen und die Schließung von Grenzen und bestimmten Einrichtungen weltweit führen nicht nur zu wirtschaftlichen Folgen, sondern auch zu psychischen Auswirkungen wie Depressionen und posttraumatischen Belastungen.

Die Auslöser und Folgen psychischer Belastungen

Obwohl durch soziale Distanz Infektionskrankheiten eingedämmt und somit Menschenleben gerettet werden können, entstehen viele negative Folgen, von denen die psychische Gesundheit der Menschen betroffen ist.

Einerseits leiden Personen, die bereits durch eine psychische Krankheit belastet sind, durch die soziale Isolation verstärkt unter dieser, andererseits besteht das erhöhte Risiko, dass auch bislang gesunde Menschen durch die Kontaktbeschränkungen und Quarantänemaßnahmen eine psychische Krankheit entwickeln.

Es ergeben sich viele Faktoren, die der Auslöser von Depressionen oder posttraumatischen Belastungen in diesen Zeiten sein können. Einerseits fehlt den Menschen der Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern, andererseits besteht die Gefahr, sich selbst zu infizieren, was bei vielen Personen das Auslösen von Ängsten hervorrufen kann.

Geselligkeit kann nicht in gewohntem Maße stattfinden und die Beziehungspflege wird vernachlässigt. Hinzu kommen existenzielle Bedrohungen. Viele Personen entwickeln die Sorge um den Verlust ihres Arbeitsplatzes und sich daraus ergebende finanzielle Belastungen oder sogar mögliche Verschuldungen.

Alleinlebende sind besonders betroffen

Vor allem Singles oder alleinlebende Menschen nehmen das Alleinsein in dieser Zeit besonders wahr und entwickeln verstärkt die Angst vor Einsamkeit. Die eingeschränkten Möglichkeiten beeinträchtigen die generelle Stimmung.

Antrieb, Motivation und Produktivität nehmen ab, Lust und Leidenschaft erlischt, Sorgen können wachsen. Durch die entstehende Unterforderung entwickeln viele Menschen innerliche Wut oder einen erhöhten Stresslevel. Auch ein gestörter Schlaf kann die Folge von der Unterforderung sein, die Social Distancing bei vielen Personen bewirken kann.

So erkennen Sie das Entstehen einer Krankheit

Posttraumatischen Belastungsstörungen können nicht nur direkt nach dem Erleben eines Traumas entstehen, sondern auch mit zeitlicher Verzögerung. In manchen Fällen vergehen sogar Jahrzehnte bis zum Auftreten der Symptome.

Eine solche Belastungsstörung erkennen Sie durch sich aufdrängende und belastende Erinnerungen an das Trauma. Auch durch das vermehrte Erleben von Albträumen macht sich die Krankheit erkennbar. Weitere Faktoren wie emotionale Stumpfheit, Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit an der Umgebung und anderen Menschen gegenüber sowie die aktive Vermeidung von Aktivitäten und bestimmten Situationen, die die Erinnerungen an das Trauma herbeiführen können, sind Symptome der Krankheit.

Ein gestörter Schlaf, erhöhte Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und übermäßige Schreckhaftigkeit weisen ebenfalls auf eine posttraumatische Belastungsstörung hin. Viele Betroffene sehen ihr Selbst- und ihr Weltbild erschüttert und haben kaum Vertrauen in andere Menschen. Der Alltag wird geprägt von Schuld- oder Schamgefühlen und eingeschränkter Leistungsfähigkeit.

Depressionen treten vielfach auf

Das Risiko für Depressionen steigt durch die Krankheit stark an. Die schwere seelische Erkrankung, die eine Depression mit sich bringt, besteht über eine längere Zeit und bessert sich ohne eine entsprechende Behandlung meist nicht wieder von alleine. Personen mit Depressionen leiden unter Antriebslosigkeit. Sie fühlen sich niedergeschlagen und erschöpft und verlieren ihre Interessen.

Ständige Müdigkeit und Energiemangel, das Auftreten von Schmerzen, Reizbarkeit und Ängsten, zunehmende Lustlosigkeit, missmutige Stimmungslage, Schlafstörungen sowie Appetitlosigkeit sind häufige Symptome einer Depression.

Therapiemöglichkeiten

Wer das Gefühl hat, dass sich sein Leiden krankhaft entwickelt, sollte sich frühzeitig Hilfe suchen, um sich möglichst schnell aus diesem Teufelskreis befreien zu können. Diverse Maßnahmen können dabei helfen. Man sollte seinen Tagesablauf strukturieren und sich Beschäftigungen suchen. Darüber hinaus ist es wichtig, seine sozialen Kontakte trotz dieser Zeit nicht zu vernachlässigen. Diese können weiterhin online oder telefonisch gepflegt werden.

Legen Sie Wert darauf, sich am besten mit den Freunden oder der Familie über positive Themen auszutauschen. Helfen Ihnen diese Punkte nicht und Sie leiden verstärkt unter diversen Symptomen, die auf eine Krankheit hinweisen, ist es dennoch das Beste, sich professionelle Hilfe zu organisieren.

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