Psychosoziale Belastungen von alleinlebenden Menschen - Kontaktbeschränkungen treffen hier besonders

Noch vor einem Jahr wäre es undenkbar gewesen, dass man einen Supermarkt nur noch mit Mundschutz betreten darf, dass das kulturelle Leben kaum noch stattfindet oder dass man sich nicht mehr mit der Sportgruppe treffen darf. Auch in die Kneipe nebenan darf man nicht mehr gehen, um in netter Gesellschaft ein Bier zu trinken.

Durch die Corona-Pandemie ist eine Ausnahmesituation entstanden, mit der man leben und die man akzeptieren muss, egal wie man diese persönlich beurteilt.

Der Hintergrund

Das Infektionsschutzgesetz besagt sinngemäß, dass man alles tun muss, um die Verbreitung ansteckender Krankheiten einzudämmen, soweit das möglich ist.

Im Falle der aktuellen Pandemie führte das aus akuter Notwendigkeit zu Einschränkungen und Kontaktbeschränkungen.

Es ist auch nicht mehr möglich, sich mit Kollegen oder Freunden zu treffen oder zu einer Gartenparty Gäste einzuladen. Zudem wurde in vielen Unternehmen flächendeckend Homeoffice angeordnet. Kleine alltägliche Interaktionen, wie der Smalltalk mit Kollegen fehlen mitunter gänzlich.

Besondere Probleme von Alleinlebenden

All diese Rahmenbedingungen stellen für Menschen, die allein leben, eine besondere Herausforderung dar. Abgesehen davon, dass nicht jeder Single sich freiwillig für ein Leben allein entschieden hat, sind Möglichkeiten zur Kommunikation sehr eingeschränkt. Aus räumlicher Einsamkeit kann ein emotionaler Notstand werden.

Die meisten Kontakte, die man hatte, konnten ausschließlich virtuell gepflegt werden, sofern entsprechende Technik und Kompetenzen zum Umgang mit dieser, zur Verfügung stehen.

Mögliche Folgen

Die Auswirkungen der Pandemie ziehen somit weite Kreise ins persönliche, gesellschaftliche und politische Leben. Auch sekundäre medizinische Folgen sind möglich. Die Menschen bewegen sich weniger.

Übergewicht kann die Folge sein, was nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein gesundheitliches Problem werden kann.

Die Auswirkungen, die aktuelle Beschränkungen zur Folge haben, sollten nicht unterschätzt werden. Im Einzelfall können diese Konsequenzen haben, die für den einzelnen verheerend sind. Ängste werden geschürt.

Je nach Mentalität kann sich die Frustration nach Innen oder nach Außen richten. Man macht sich Sorgen, verzweifelt wegen der Situation und an der Einsamkeit. Das kann sich in Form von Wut oder Depressionen äußern.

Zu den Symptomen einer Depression gehört unter anderem gestörter Schlaf. Somit fehlt die Ruhe, die Körper und Geist zur Regeneration brauchen. Stress kann entstehen und man glaubt, den Anforderungen des Alltags nicht mehr gewachsen zu sein. Dadurch werden noch mehr Ängste geschürt, der Schlaf wird noch mehr gestört und neben allgemein wachsender Unzufriedenheit kann sich die Spirale bis ins Unendliche hochschrauben.

Was kann man dagegen tun?

Die guten Freunde, mit denen man vielleicht hätte reden können, sind physisch nicht erreichbar. Nicht jeder schätzt virtuelle Kontakte, aber selbst wenn Beziehungen virtuell gepflegt werden, ersetzen diese keine realen Kontakte.

Ein erster hilfreicher Schritt kann darin bestehen, sich des Problems, das man hat, bewusst zu werden und sich einem Arzt oder Therapeuten anzuvertrauen. Es gibt Therapiemöglichkeiten, die gegen Depressionen helfen und dazu führen, dass man mit Angst und Sorge besser umgehen kann. Somit verbessert sich auch die allgemeine Lebensqualität wieder.

Auch wenn man als Betroffener glaubt, allein zu sein, ist dieses Phänomen gegenwärtig nicht selten. Insofern kann man sicher sein, dass es viele Unbekannte – möglicherweise sogar in der Nachbarschaft – gibt, die derzeit gerade Ähnliches oder Vergleichbares erleben.