Psychoanalyse und Tiefenpsychologische Behandlungsformen bei Angststörungen

Angststörungen sind eine psychische Störung und fallen bei jedem Menschen unterschiedlich aus. Im Allgemeinen kennzeichnet sich eine solche Störung dadurch, dass der Betroffene übertriebene Angst verspürt, welche auch mit körperlichen Problemen einhergeht. Dies kann den Alltag der von Angststörung geplagten Person stark beeinträchtigen. Obwohl von Mensch zu Mensch unterschiedlich, gibt es einige gängige Symptome:

  • Nervosität
  • Unruhe
  • Angespanntheit
  • Gefühl von Panik oder einem akuten Zusammenbruch
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Hyperventilation
  • Erhöhtes Schwitzen
  • Zittern
  • Gefühl von Schwäche
  • Erhöhte Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Gedanken drehen sich nur um die aktuelle Situation
  • Schlafstörungen
  • Magenprobleme
  • Sorgen können nicht kontrolliert werden
  • Dinge die Angst auslösen werden bewusst vermieden

Dies sind Symptome, die bei vielen Menschen auftreten können. Angststörungen können sich aber in den unterschiedlichsten Formen äußern. Manchmal sind die Wurzeln der Angst bekannt, manchmal aber auch nicht. Es müssen in beiden Fällen Schritte eingeleitet werden, um der Sache auf den Grund zu gehen. Betroffene möchten sich oft einfach nur besser fühlen.

Ein Arzt kann die erste Anlaufstelle sein. Neben einer medikamentösen Therapie helfen auch psychotherapeutische Behandlungen. Viele Menschen haben Psychotherapien Vorurteile gegenüber. Wer schon lange mit einer Angststörung lebt wird vielleicht auch denken, dass es keine Möglichkeit gibt die eigene Situation zu ändern. Eine Psychotherapie kann aber sehr gut helfen, die Angst zu nehmen und das Leben des Betroffenen wieder angenehmer zu gestalten.

Häufigkeit und Verlauf der Krankheit

Untersuchungen zeigen, dass Angststörungen eine der häufigsten psychiatrischen Störungen sind. Fast 30% aller Menschen leiden irgendwann im Laufe seines Lebens an einer Form der Angststörung. Diese gehen oft mit einer Beeinträchtigung in allen Lebensbereichen einher. Kognitive Beeinträchtigungen wie die eigene Ausdauer und Konzentrationsstörungen vermindern die Lebensqualität und erhöhen Probleme auf der Arbeit oder im sozialen Umfeld. Oft sind Angststörungen mit anderen Krankheiten verbunden. Oft entstehen durch die Einschränkungen Depressionen und körperliche Beschwerden.

Allgemein können Angststörungen können in zwei Bereiche eingeteilt werden. Der erste Bereich ist die akute Angst, worunter zum Beispiel Phobien fallen. Der zweite Bereich umfasst Patienten die eine niedrigere aber chronische Angst oder Besorgnis an den Tag legen. Hier spricht man meist von einer generalisierten Angststörung.

Um eine solche Erkrankung zu behandeln eignen sich psychoanalytische und tiefenpsychologische Therapieansätze. Diese zeigen bei Angststörungen die höchste Erfolgsrate.

Behandlungsformen bei Angststörung

Die Therapie von Angststörungen mittels Psychoanalyse und tiefenpsychologischer Behandlung bringt vielen Menschen mit generalisierter Angst oft die erhoffte Erleichterung. Hierfür ist es nötig, sich regelmäßig mit einem Therapeuten in Verbindung zu setzen. Die Häufigkeit hängt auch von der Therapieform ab.

Regelmäßige Sitzungen

Bei der Psychoanalyse sollte diese zwei bis vier Mal pro Woche durchgeführt werden. Diese Form geht auf seinen Begründer Sigmund Freud zurück. Die Psychoanalyse geht davon aus, dass es bei Angstpatienten in der Kindheit oder auch in seiner Entwicklung bis zum jetzigen Zeitpunkt gewisse Dinge gab, die Auslöser für die Angststörung sein.

Die Erkrankung ist somit das Resultat dieser Dinge. Dazu können Konflikte mit sich selbst oder der Familie, traumatische Erlebnisse, aber auch fehlende Entwicklungsschritte sein. Oft verdrängen Patienten solche Erlebnisse und sind sich gar nicht bewusst, wie sehr diese einen Einfluss auf ihr aktuelles Leben und die Ausprägung ihrer Angst hat.

Der Therapeut nimmt während der Behandlung eine neutrale Position ein. Therapiesitzungen sind nicht an eine feste Struktur gebunden, sie verlaufen meist offen und der Angstpatient erzählt was ihm gerade in den Kopf kommt. So kann der Therapeut wiederkehrende Denkmuster identifizieren und diese dem Betroffenen sichtbar machen. So können angstauslösende Situationen bewältigt werden.

Die tiefenpsychologische Therapie sollte mindestens einmal pro Woche durchgeführt werden. Diese Therapieform ist der Psychoanalyse ähnlich. Sie befasst sich ebenfalls mit nicht gelösten Konflikten, Kindheitstraumata oder anderen prägenden Erlebnissen. Diese lösen die Angststörung in der Gegenwart aus. Der Unterschied zur genannten Psychoanalyse besteht darin, dass der Therapeut das Gespräch aktiv leitet und versucht, die Gespräche auf gewisse Problembereiche hinzusteuern. So können gewisse Bereiche gezielt angegangen werden. Das Ziel der Tiefenpsychologie ist es, die Lösung für ganz konkrete Probleme zu finden. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Psychoanalyse darauf, generalisierte Verhaltensmuster und Denkmuster zu beheben, was sich letztlich positiv auf die Angsterkrankung auswirkt.