Pathologische Trauer-Bewältigungsmethoden

Trauern gehört mit zum Leben! Trauer ist eine Reaktion auf verschiedene Anlässe. Es kann der Verlust eines Arbeitsplatzes oder Tod eines geliebten Menschen sein. Sie ist für jeden ein ganz persönliches Gefühl. Dabei sind der Körper, Geist und die Seele betroffen. Der Trauerprozess bringt körperliche und psychische Symptome mit sich, die krank machen können.

Trauerphasen

Der Trauerprozess teilt sich in vier Phasen auf:

  • Die erste Phase ist der Schock, das nicht wahrhaben wollen. Wir können nicht verstehen, dass der Verlust endgültig ist.
  • Die nächste Phase ist die Trauer, es ist der schwierigste Teil der Bewältigung. Die Gedanken kreisen nur noch um diese eine Situation. Wir können an nichts anderes mehr denken. Die Trauerenden kämpfen mit tausend Gefühlen.
  • Die vorletzte Phase ist das Verhandeln, die Auseinandersetzung mit dem Verlust. Der Körper versucht sich langsam an dem neuen Zustand zu orientieren, die Trauer ist nicht mehr ganz so intensiv. Wir versuchen mit der neuen Situation zurecht zu kommen.
  • Der letzte Teil der Trauer ist der Ausgleich. Der Körper und die Seele versuchen in ein Gleichgewicht zu kommen.

Pathologische Trauer

Die pathologische Trauer ist ein Prozess, der von der normalen Trauerreaktion abweicht. Die Menschen sind nicht in der Lage den normalen Trauerprozess zu durchlaufen, sondern es besteht eine viel stärkere Trauersymptomatik und Belastung auf die Psyche als normal.

Der Zeitabschnitt von etwa 6 Monaten der Trauer und die Art der Reaktion weicht erheblich vom normalen Trauerprozess ab. Bei der pathologischen Form schafft der Trauernde es nicht die Phase der Anpassung und der Neuorganisation zu erreichen. Eine Vielzahl von Emotionen können nicht zugelassen werden und es entwickelt sich eine krankhafte Form der Trauer – die anhaltende Trauerstörung, die bis hin zu Folgeerkrankungen führen kann, wie beispielsweise Depressionen.

Trauer und scheinbar kein Ausweg

Etwa 10 Prozent der Menschen sind von der pathologischen Form der Trauer betroffen. Meist schaffen die Betroffenen es nicht selbst sich aus diesem Prozess zu lösen und es bedarf einer fachspezifischen Unterstützung. Das Risiko an die chronische Form zu erkranken erhöht sich, wenn Grundfaktoren wie Trauerüberbelastung durch Mehrfachverluste oder eine sehr enge Bindung zum Verlorenen vorhanden sind.

Der nicht erträgliche Schmerz, die Leere im Leben führen zu Symptomen, die nicht mehr selbst überwindbar sind. Die Erkrankten sind unfähig die Anforderungen im sozialen und beruflichen Bereich zu kompensieren, weil sie mit ihren Gefühlen der Wut und Selbstbeschuldigungen sich so stark isolieren, dass sie die Trauer nicht zulassen können.

Das gestörte Sozialverhalten verstärkt sich und ohne professioneller Hilfe, kann es zu so genannten Folgeerkrankungen kommen. Von Depressionen zu Angststörungen sowie Suchterkrankungen oder sogar zu Suizidversuchen. Es ist deshalb sehr wichtig die Trauer nicht zu verdrängen, sondern auszuleben und zuzulassen. Deshalb sollte sich der Trauernde und deren Angehörige im Klaren sein, dass das Überwinden von Leid und Schmerz Zeit und Achtsamkeit braucht.

Anhaltende Trauerstörung

Wenn insgesamt die Lebensqualität aufgrund der Trauersymptomatik länger als 1 Jahr anhält, wird von anhaltender Trauerstörung oder auch chronischer Trauerphase gesprochen. Diese wird dann behandlungsbedürftig.

Es gibt gute und verschiedene Bewältigungsmethoden in der Psychotherapie. Das Prinzip dem Menschen bei seiner Bewältigung zu helfen, ist von breitem Spektrum und von den Bedürfnissen des Trauernden sowie vom Therapeuten abhängig, dabei ist es auch wichtig die vorhergehenden psychische Stabilität des Menschen mit einzubinden.

Die Elemente der Bewältigungsmethoden werden auf den jeweiligen Trauerenden angepasst. Die Psychoanalyse, Verhaltenstherapie oder die Einführung eines Rituals sind dabei sehr hilfreich. Die Trauerarbeit kann ambulant durchgeführt werden und wird von Psychotherapeuten durchgeführt.

Ganz egal welche Therapieform durchgeführt wird, der Trauernde wird in seinem Trauerprozess begleitet und ermutigt. Es ist wichtig sich auf den Trauerprozess einlassen zu können. Das Ziel der jeweiligen Therapiemöglichkeiten ist die Wiederherstellung der Gefühlsregulierung um sich wieder im Alltag gut integrieren zu können. Abschied nehmen ist nicht leicht und jeder sollte neuen Lebensmut gewinnen.

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