Hypnose in der Dermatologie – von Neurodermitis, Allergien & Co.

Psychische Faktoren beeinflussen nachweisbar das Auftreten von Allergien oder allergischen Reaktionen. Demnach forcieren negative Emotionen wie Wut, Stress, Ärger und Unruhezustände die körpereigene Histaminausschüttung. Histamine sind Botenstoffe, die allergische Reaktionen befeuern.

Steigt die Histaminkonzentration im Blut übermäßig an, provoziert dies einen Krankheitsschub bzw. eine allergische Reaktion. Allergien lösen verschiedene Hautreaktionen wie Ekzeme, Quaddeln, Rötungen und Entzündungen aus. Eine professionelle Hypnose versetzt Körper und Geist in Entspannung und leitet einen Prozess der „organismischen Umschaltung“ ein. Dieser Vorgang sorgt dafür, dass der Organismus von einem aktivierten Zustand in einen effektiven Erholungszustand übergeht. Befinden sich das vegetative und autonome Nervensystem in einer Phase der Regeneration, sinkt die Konzentration der Stresshormone Adrenalin und Cortisol im Blutspiegel ab. Dies reduziert maßgeblich das Risiko für eine allergische Reaktionen und zugehörige Hauterkrankungen.

Hypnose ist daher für breite Anwendungsgebiete im Bereich von Dermatologie und Allergologie geeignet.

Wenn das Immunsystem aus dem Gleichgewicht gerät

Allergien stellen Überreaktionen des menschlichen Immunsystems auf verschiedenste Reize dar. Das menschliche Immunsystem stuft spezielle Stoffe fälschlicherweise als feindliche Substanzen ein und versucht den Organismus vor dem Eindringen der verantwortlichen Allergene zu schützen. Kommt der Organismus mit Allergenen in Kontakt, wird die körpereigene Histaminbildung angeregt, die sich in spezifischen Entzündungsreaktionen von Haut und vegetativem Nervensystem niederschlagen. Primär werden tierische oder pflanzliche Eiweißsubstanzen als Allergene klassifiziert.

Verschiedene Allergien und psychischer Stress begünstigen das Auftreten der Hauterkrankung Neurodermitis. Allergische Beschwerden beeinflussen langfristig die seelische Befindlichkeit der Betroffenen, senken deren Stimmung und besitzen das Potenzial Ängste auszulösen. Im Extremfall ziehen sich etwa Neurodermitis- Patienten aus Angst vor Ablehnung vor Mitmenschen zurück, wodurch ein seelischer Leidensdruck entsteht. Hypnose kann derartige Verhaltensmuster aufbrechen und die Wahrscheinlichkeit für Krankheitsschübe minimieren.

Heilungschancen von Allergie- und Neurodermitis- Patienten steigen durch Trancezustand an

Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich die Heilungschancen von Allergie- bzw. Neurodermitis bei Patienten signifikant erhöhen, sofern sie mindesten einmal pro Woche für ein Zeitfenster zwischen 30 und 60 Minuten in eine Trance versetzt werden. In der Regel werden zwischen 10 und 20 Sitzungen durchgeführt, um eine anhaltende Linderung der Symptome herbeizuführen.

Im Zentrum der Sitzungen stehen die wirksamen Hypnosetechniken, die als medizinische Heilverfahren anerkannt sind. Durch die Hypnose fallen Patienten in einen veränderten Bewusstseinszustand, der als Trance bezeichnet wird. Während dieser Phase können zielgerichtet kognitive, affektive und physiologische Prozesse und Verhaltensweisen maßgeblich beeinflusst bzw. modifiziert werden.

Kennzeichen einer hypnotischen Trance sind eine subjektiv veränderte Zeitwahrnehmung, ein Zustand der selektiven Amnesie, eine maximierte Fokussierung nach innen sowie Altersregression. Durch die Altersregression kann der Patient auf Erlebnisse und Eindrücke früherer Entwicklungsstufen zugreifen. Zusätzlich wird der Trancezustand durch eine intensive Suggestibilität geprägt. Hypnotisierte reagieren verstärkt auf die Suggestionen des Hypnotiseurs.

Suggestionen

Suggestionen werden optional über verbale und nonverbale Signale ausgesendet, die direkt auf psychische und unwillkürliche Verhaltensweisen und körperliche Abläufe wirken. Der Begriff „Suggestion“ ist im Hypnosekontext als Option zu verstehen. Entsprechend ist Hypnose nicht autoritär- passiv einzuordnen, sondern als lösungs- und ressourcenorientierte Methode. Das Potenzial des Patienten steht bedingungslos im Fokus.

Zur Behandlung von dermatologischen Beschwerden werden vorwiegend medizinische Hypnosen angewandt. Derartige Sitzungen umfassen ein Zeitfenster zwischen 20 und 50 Minuten. Der Ablauf gliedert sich in die Phasen der Zielklärung, Induktion, Vertiefung, therapeutischen Suggestion, des Nachgesprächs und Verhaltensübungen für die Integration in den Alltag. Durch die Hypnose wird der individuelle Stresspegel gesenkt. Dies stärkt nachhaltig das Immunsystem und verhindert das Auftreten von Allergien und diesbezüglichen Hauterkrankungen. Verantwortlich hierfür ist die „organismische Umschaltung“.