Gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit und Niedergeschlagenheit als Vorläufer einer sich manifestierenden Störung

Wie ein grauer Schleier legt sich eine Schwere über die Schultern. Es beginnt bereits beim Erwachen. Ein drückendes Gefühl im Bauch, eine Last auf der Brust, die das Atmen erschwert. Eine negative Grundstimmung, Gereiztheit und körperliche Anspannung bestimmen den Alltag. Keine Motivation in Sicht.

Dinge, die Ihnen Freude bereiteten, wirken öde und sinnlos. Selbst wenn die Vorstellung einer Aktivität interessant erscheint, mangelt es an Kraft und Energie.

Jeder Mensch hat mal Nebeltage, die begleitet sind von schlechter Laune, Antriebslosigkeit und Schwermut. Diese können situationsabhängig, beziehungsweise umweltbedingt sein oder aus dem Inneren heraus entstehen. Manchmal ist es ein gegenwärtiges Ereignis oder ein Erlebnis aus der Vergangenheit, was immer noch einen negativen Einfluss auf die heute Gedanken- und Gefühlswelt hat.

Es kann eine unerwartete Veränderung im Leben sein, wie eine Trennung, der Verlust einer nahestehenden Person oder der Arbeitsstelle. Die Auswirkungen einer Pandemie, ewige Grübeleien, die nachts den Schlaf rauben oder der alltägliche Trott mit seinen festgefahrenen Mustern können Unmut und eine betrübte Wahrnehmung herbeiführen.

Symptome erkennen

In einer solchen Zeit ist die Unterstützung durch Freunde und Familie von großer Bedeutung. Allerdings ziehen sich Menschen, die unter einer seelischen Belastung leiden, häufig zurück. Das macht es für Angehörige schwierig, die ernstzunehmenden Anzeichen einer möglichen Störung zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren. Denn je länger eine Person unter den oben genannten Symptomen leidet, desto schwieriger wird es, sich von diesen zu befreien.

Dabei ist es wichtig zu unterscheiden, ob diese träge Stimmung eine vorübergehende Reaktion auf die aktuellen Ereignisse ist, oder über einen längeren Zeitraum anhält und somit ein Indiz für eine, sich manifestierende Störung, darstellt.

Psychische Störungen

Eine mental belastende Phase geht meist mit Ängsten, Einsamkeit, Unsicherheit und Hilfslosigkeit einher. Psychische Störungen werden innerhalb der Gesellschaft immer noch als Charakterschwäche betrachtet, obwohl sie klinische Krankheitsbilder darstellen. Deshalb fällt es Menschen schwer, anderen und vor allem sich selbst gegenüber einzugestehen, dass sie möglicherweise an einer seelischen Erkrankung leiden. Sie haben Angst vor einer Stigmatisierung.

Sie geraten immer näher an den Sog einer Depression und ihre Situation erscheint ihnen zunehmend aussichtsloser. Sie versuchen die Symptome zu unterdrücken und zu überspielen, während sie dadurch in einen Teufelskreis geraten, den sie alleine nicht mehr unterbrechen können.

Wichtig ist es die eigenen Emotionen und Wahrnehmungen zu beobachten. Dabei kann es hilfreich sein ein Stimmungstagebuch zu führen, um sich einen Überblick zu verschaffen, wie lange und in welcher Intensität diese Nebeltage vorkommen. Hält eine depressive Phase über Wochen und Monate hinweg an, ohne jegliche Besserung, so ist es empfehlenswert professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Behandlung

Es gibt unterschiedliche Therapiemöglichkeiten, die für jede Person individuell angepasst und zusammengestellt werden. Klienten wird ein sicherer Raum geboten, wo sie über ihre Sorgen und Probleme reden und Lösungsansätze finden können. Anhand verschiedener therapeutischer Methoden, wie beispielsweise Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Hypnotherapie, Gruppen- oder Gestalttherapie, werden Patienten dort abgeholt, wo sie eine helfende Hand benötigen.

Die Seele des Menschen ist verletzlich und die Psyche äußerst komplex. Unabhängig davon wie stark Sie sind und wieviel Resilienz Sie aufgebaut haben. Es kann vorkommen, dass Sie sich in einer Lebensphase befinden, die Sie alleine nicht bewältigen können. Manchmal gehört mehr Mut dazu Schwäche zuzugeben, als um jeden Preis Stärke zu zeigen.