Die Exposition bei Ängsten – Behandlungsansätze in der Psychotherapie

Angsterkrankungen liegen seit Jahren in Europa an der Spitze der psychischen Erkrankungen. Der Ursprung dieser Ängste liegt oftmals in der Jugend und dem frühen Erwachsenenalter. Eine frühzeitige Behandlung dieser Ängste ist essenziell, um weitere psychische Erkrankungen zu verhindern. Der wirksamste Behandlungsansatz um Ängste in den Griff zu bekommen, ist die sogenannte Exposition bei Ängsten. Dabei wird der Mensch gezielt mit seinen Ängsten konfrontiert und dabei unterstützt die Angst zu überwinden und zu kontrollieren.

Überblick über die Arten von Konfrontationsverfahren in der kognitiven Verhaltenstherapie

  • Konfrontation in der Realität (in vivo)
  • Konfrontation in der imaginären Vorstellung (in sensu)
  • Annäherung durch Habituationstraining
  • Exposition beginnend bei der größten Angst (Flooding/Implosion)

Angsterkrankungen bei denen eine KGV mit Expositionstherapie sinnvoll ist

  • F41.1 generalisierte Angststörung (Angst in Bezug auf alltägliche Ereignisse und Probleme)
  • F41.0 Panikstörung (Panikattacken mit physischen und psychischen Symptomen)
  • F40.0 Agoraphobie (Angst vor öffentlichen Plätzen und Menschenmengen)
  • F40.1 soziale Phobie (Furcht vor kritischer Betrachtung durch andere Menschen)
  • F40.2 spezifische Phobie (Furcht vor speziellen Objekten oder Situationen)
  • F94.0 selektiver Mutismus (Unfähigkeit in bestimmten sozialen Situationen zu sprechen)

Effekt der Exposition bei Ängsten

Für Menschen mit Angststörungen ist es typisch, die gefürchteten Situationen konsequent zu vermeiden. Das Vermeiden der Ängste kann im Verlauf die Handlungsfähigkeit im Alltag stark einschränken. Bei einer Konfrontationstherapie werden Betroffene gezielt unterstützt, um das Vermeidungsverhalten aufzugeben.

Grundlegende Ziele bei der Konfrontation mit den Ängsten sind:

Realitätsprüfung:

Der Mensch lernt seine Angsterwartungen in Relation zur Realität zu setzen. Dabei macht er die Erfahrung, dass die Ängste unbegründet sind im Hinblick auf das, was tatsächlich in der befürchteten Situation eintritt.

Gewöhnung:

Durch das wiederholte Erleben der Angstsituation tritt in der Regel eine Gewöhnung ein. Dieses bewusste Erleben der Angst verringert die körperlichen Symptome der Angststörung und führt zu einer allgemeinen Abschwächung der Angst.

Verlauf der Therapie und Vorbereitung auf die Exposition bei Ängsten

Zu Beginn vermittelt der Therapeut das Erklärungsmodell der Angst und die therapeutische Wirkung von einer Angstkonfrontation. Das Verstehen der Angst und der Sinnhaftigkeit einer Exposition bewirken in der Regel die Bereitschaft, sich der herausfordernden Behandlung überhaupt zu unterziehen.

Mit der Unterstützung eines Therapeuten werden spezifische Angst-Konfrontationsübungen ausgeführt. Die Art dieser Übungen wird speziell auf die individuellen Ängste angepasst. Eine anschließende Besprechung hilft, das Erleben einzuordnen und den Lernerfolg zu festigen und die angstauslösenden Reize angemessen zu beurteilen. Darüber hinaus werden im Gespräch verschiedene Techniken zur Entspannung vermittelt. Diese helfen erheblich bei der Bewältigung von Symptomen der Angst während einer Konfrontation.

Ergänzungen für eine Exposition bei Ängsten

  • Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen verbessern
  • Entspannungs- und Meditationstechniken erlernen
  • Entwicklung von assertiven Fähigkeiten
  • Verbesserung der allgemeinen Gesundheit (durch z. B. Sport, Ernährung und ausreichend Schlaf)
  • Einbeziehung von Familie oder Partner des Patienten

Zusammenfassung und Ausblick

Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich bei Angststörungen empirisch als die wirksamste Therapieform erwiesen. Die Wirksamkeit ist im Wesentlichen auf das Therapieelement der Exposition zurückzuführen. Angst gehört zum Menschen, die Konfrontation mit diesen Ängsten ist meist Teil der Lösung dieses Problems. Furcht ist ein sinnvoller Schutz-Mechanismus, sollte jedoch keinen Menschen vollständig im Griff haben.

Einen Ausweg aus einer immer enger werdenden Angstspirale bietet im Regelfall nur eine Verhaltenstherapie. In einem geschützten Raum und mit dem richtigen Training kann jeder sich seinen Ängsten stellen und diese überwinden. Das ist der entscheidende Schritt, um den Kreislauf seines Vermeidungsverhaltens zu unterbrechen und die Freiheit über sein Leben wiederzuerlangen.