Erste Alarmsignale bei Dauerstress - psychische Gesundheit auf der Managementebene

Führungskräfte haben durch die Arbeitsweise und den Führungsstil in ihrer Funktion als Vorbild und durch die Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Aber wie ist es mit der psychischen Gesundheit der Spitzenmänner selbst? Wie kommen diese mit der täglichen Verantwortung zurecht, welche sie für das Unternehmen und auch für die Mitarbeiter tragen?

Arbeits- und Gesundheitssituation auf der Managementebene

Gleichwohl stehen die Führungskräfte gegenüber ihrer Geschäftsführung stets unter Zeit- und Erfolgsdruck, was vor allem im mittleren und unteren Management oftmals zu begrenzter Arbeitsverdichtung und Arbeit führt. Andererseits müssen diese auch noch die Mitarbeiter täglich neu motivieren, sodass sie die Aufgaben sorgfältig, engagiert und erfolgreich vollführen.

Dies funktioniert erfahrungsmäßig nicht, indem der Arbeitsdruck einfach nach unten hin durchgereicht wird. Jene Sandwichposition zwischen den Wünschen und Erwartungen und dem Druck von oben scheint viele Führungskräfte vor allem im mittleren Bereich des Managements sicher zu überfordern.

Ein derartiges Arbeitsumfeld bleibt mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ganz ohne Folgen für die psychische Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Denn wenn Freizeit und Arbeitszeit nahezu eins werden, fehlt es an den wichtigen Erholungsphasen. Jedoch fällt es den meisten Führungskräften offenbar schwer, auf sich selbst und die physische und psychische Gesundheit zu achten.

Jedoch ist das eigene Wohlbefinden eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Personal- und Sachaufgaben gut bewältigt werden können. Betreffend ist das Selbstmanagement vor allem bei Führungskräften in der mittleren Führungsebene eine bedeutende Kompetenz, welche es auszubauen und zu entwickeln gilt. Das Themenfeld reicht hierbei von der Gestaltung der Pausen und des Freizeitausgleichs über den Umgang mit den Unterbrechungen der Arbeit durch E‑Mails sowie dem absoluten Zeitfresser der Meetings.

Es sollte jedoch immer nach den Optimierungsmöglichkeiten beim Bevollmächtigen gefragt werden, warum auch die Führungskräfte Unterstützungsangebote annehmen sollten oder wie sie mit Erfolgsdruck und Zielvorgaben sinnvoll umgehen.

Was Unternehmen für die Managementebene tun können

Unternehmen sind immer gefordert, sich generell mit der Vorbeugung der psychischen Gesundheit im Unternehmen zu befassen und hier vor allem das Thema „Leitung und psychische Gesundheit“ stark zu fokussieren. Nahezu kein Einzelfaktor ist so bedeutend für das mentale Wohlergehen sowie die psychische Gesundheit der Mitarbeiter, als eine gute Führung.

So lohnen hier die Investitionen in eine wertvolle Prävention sehr. Hierzu gehört auch die psychische Gesundheit der Führungspersonen selbst. Nur wer sich im Unternehmen selbst wohlfühlt und mental stabil ist, kann seinen Führungsaufgaben und der Fürsorgepflicht sicher nachkommen und auch der Rolle als Vorbild im gesundheitlichen Aspekt gerecht werden.

Zweckmäßige Maßnahmen, um das Thema „Stress bei der Arbeit und psychische Erkrankungen“ in einem Schritt auf betrieblicher Stufe zu verankern und vor allem für die Beschäftigten zu definieren, sind zum Beispiel Gesundheitstage zum Thema Stressmanagement und Stress, Vorträge, Infoveranstaltungen zu diesem Thema und Angebote, die auf den fachkundigen Umgang mit dem den Abbau von Stress abzielen. Hierzu zählen beispielsweise Stressbewältigungsseminare, Entspannungskurse, autogenes Training oder Yoga.

Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz

Obwohl es auf der Führungsebene zumeist bevorzugt wird, das Berufliche vom Persönlichen strikt zu trennen, sind die Aspekte in der Praxis allerdings eng miteinander verbunden. Wie sich die Mitarbeiter physisch und psychisch fühlen, kann einen hohen Einfluss auf die Verhältnisse zu Kollegen und auf die Qualität der Arbeit haben.

Die Gesundheit am Arbeitsplatz beschreibt den körperlichen und auch den seelischen Zustand. Zum körperlichen Wohlbefinden bei der Arbeit tragen zum Beispiel die Temperatur im Büro, das Aktivitätsniveau und die Ergonomie des Schreibtischstuhls bei.

Stress kann die Befähigung des Immunsystems zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten sehr stark beeinflussen und einschränken. Ebenso bestimmen wiederkehrende oder chronische Krankheiten oftmals Stimmungsschwankungen oder führen auch zu Depressionen.