Depressionen als belastender Faktor in Beziehungen

Die Krankheit zerstört meine Partnerschaft! Was nun? Die beste Nachricht zuerst: Depressionen sind heilbar. Die gängigen Therapiemethoden bieten bei entsprechender Mitwirkung des Patienten gute Aussichten auf Erfolg. Eine gestörte Paarbeziehung tritt häufig als Folge einer depressiven Erkrankung eines Partners auf.

Depression ist für Beziehung schädigend

Vor allem die depressiven Symptome können die Beziehung schädigen. Oft hat der nicht-erkrankte Partner das Gefühl, er erkenne seinen Lebensgefährten nicht wieder. Manche „gesunde“ Menschen bekommen den Eindruck, dass sie sich selbst dabei kaputt machen, wenn sie ihrem Partner bei seinem Weg aus der Depression zur Seite stehen.

Haben Sie Mut: Wenn sich beide Partner gut über die Krankheit informieren und gesunde Bewältigungsstrategien erlernen, ist eine depressive Erkrankung nicht nur eine Herausforderung, sondern kann auch eine Chance darstellen!

Welche Möglichkeiten bietet eine Psychotherapie?

Psychotherapie findet üblicherweise in Form einer Gesprächstherapie statt. Allein durch Gespräche mit einem Psychotherapeuten können sich tatsächlich Strukturen und Verknüpfungen im Gehirn ändern!

Noch wichtiger als die Wahl der richtigen Therapiemethode ist die Frage, ob die „Chemie“ zwischen den Klienten und dem Therapeuten auch stimmt.

Angewandte Therapiemethoden

Neben der weit verbreiteten kognitiven Verhaltenstherapie kommt zur Behandlung auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie infrage. Im Rahmen eines systemischen Ansatzes kann bei beiden Therapieformen auch der nicht-erkrankte Partner in die Gesprächstherapie miteinbezogen werden.

Zusammen sucht man dann nach individuellen Strategien und Lösungen. Wichtig dabei: Jeder Fall ist anders und für sich genommen einzigartig!

  • kognitive Verhaltenstherapie: Bei dieser Therapieform konzentriert man sich darauf alte Verhaltensmuster auszubrechen und sich neue Gewohnheiten einzuüben.
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: Hier stehen Erlebnisse aus der Vergangenheit im Mittelpunkt. Die oft unbewussten Auslöser für verschiedene Probleme werden identifiziert, um so beispielsweise negative Erfahrungen aufzulösen.
  • systemische Therapie: Dieser Ansatz trägt der Tatsache Rechnung, dass Beziehungen – vor allem solche zu einem Partner oder nahestehenden Familienmitgliedern – eine besondere Rolle bei der Entstehung und Behandlung von Depressionen spielen.

Erst im Rahmen der Gespräche kristallisiert sich heraus wie viel Unterstützung wirklich benötigt werden. Eine fundierte Beratung dazu, ob und in welchem Umfang eine zusätzliche Pharmakotherapie (= Medikamentengabe) notwendig wird, kann meist erst nach mehreren Gesprächen erteilt werden.

Dabei gilt es zu beachten, dass Medikamente immer nur unterstützend wirken können. Der Klient muss auf jeden Fall dazu bereit sein sich den Anstrengungen einer professionellen Gesprächstherapie zu stellen.

Einen Ersatz für eine Psychotherapie stellen Medikamente niemals dar.

Wie erfolgversprechend ist die Therapie?

Depressionen sind gut behandelbar. Selbst schwer erkrankte Patienten können Hilfe erhalten.

Leider zerbrechen rund die Hälfte aller Beziehungen infolge der depressiven Erkrankung eines Partners. Die Erkrankung ist als oft ein Gradmesser dafür, wie viel Arbeit beide Partner in die Rettung der Partnerschaft investieren können oder wollen.

Auch bei einem Scheitern der Beziehung kann jedoch oft das eigentliche Heil liegen. Nicht wenige ehemals depressiv Erkrankte lernen erst durch die Krankheit, dass sie in der Vergangenheit falsche Wege eingeschlagen haben. Sei es nun der falsche Beruf, die falschen Freunde oder eben der falsche Partner.

Viele Menschen fangen im Rahmen ihre Gesundung an, neue Hobbies auszuprobieren oder alte Bekanntschaften wieder aufzunehmen. Manche finden erst durch die Depression heraus, was ihre eigentliche Berufung im Leben ist.

Ein Erkrankter/ ein Paar sollte nie eine Psychotherapie mit dem Ziel anstreben, die Paarbeziehung unbedingt retten zu wollen. Vielmehr sollten sich beide Partner bereits vor der Therapie darüber klar geworden sein, dass das eigentliche Ziel einer Therapie nur sein kann, dass jeder in Zukunft ein Leben führen sollte, dass der eigenen Persönlichkeit und den eigenen Möglichkeiten entspricht.

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