Chronische Panikstörungen und Panikattacken bei erhöhtem Stress

Die erste Panikattacke kommt meistens sehr überraschend. Es kann einen klaren Auslöser geben oder unterbewusste Prozesse die zum Ausbruch so einer Attacke führen. Dieses Wissen hilft dem Betroffenen im Moment des Beginns vermutlich nicht unbedingt weiter. Die Atmung fällt schwer, der Puls steigt, die Panik beginnt.

Gerade wenn ein Mensch diesen Zustand das erste Mal erlebt, kann er oder sie ihn vielleicht nicht einordnen und die Panik verstärkt sich nochmal. Um akute Panikattacken zu bekämpfen und den Zustand selbstständig zu normalisieren gibt es einige hilfreiche Strategien.

Doch bei erhöhtem Stress kann eine Panikstörung chronisch werden. Um dem vorzubeugen gibt es einige Therapiemethoden in der Psychotherapie.

Angststörungen und Panikattacken: Den Auslöser kennen und verstehen

Angst und Panik haben in der Regel einen Auslöser. Das können einzelne Erlebnisse sein oder komplexere Gefühlslagen, die sich aus mehreren Faktoren zusammensetzen. Wer häufiger unter Angstzuständen und Panikattacken leidet, muss sich nach einer Attacke ins Gedächtnis rufen, in welcher Situation er sich befunden hat, was er gefühlt hat und welche Gedanken ihn beschäftigt haben.

In der Psychotherapie gibt es verschiedene Methoden um einen Auslöser besser zu verstehen. Insbesondere bei der Verhaltenstherapie wird versucht, negative Verhaltensmuster zu identifizieren und gezielt zu verändern. Wenn bestimmte Situationen Panik auslösen, gilt es Strategien zu entwickeln, die man in solchen Fällen anwenden kann. Im Rahmen einer Therapie kann ein professioneller Therapeut helfen, solche Strategien zu entwickeln. Aber auch bei der Grundlagenarbeit, dem Erkennen des Auslösers, hilft eine Psychotherapie.

Umgang und Strategien für das Umfeld des Betroffenen

Wer sich mit Panikattacken nicht auskennt und diese bei einem Menschen in seinem Umfeld erlebt, tendiert häufig dazu, ebenfalls panisch zu reagieren. Dabei ist das nicht nur der falsche Weg, es gibt auch keinen Grund dazu. Der Betroffene mag das Gefühl haben zu ersticken, doch schon einige einfache Atemübungen können ihm helfen, dieses Gefühl wieder zu verlieren.

Am besten ist es, sich einige dieser Übungen selbst einmal anzuschauen und auszuprobieren, um sie in so einem Fall besser erklären zu können. Darüber hinaus gilt es Ruhe zu bewahren, logische und einfache Sätze in der Ansprache zu verwenden und Gelassenheit und Souveränität zu vermitteln. Je nach Beziehung zum Betroffenen kann leichter Körperkontakt wie ein Arm auf der Schulter oder das Ergreifen der Hand ebenfalls sinnvoll sein.

Zu hoher Stress kann zu chronischen Attacken führen

Mit einzelnen Angst- oder Panikattacken umzugehen, kann verhältnismäßig schnell erlernt werden. Wenn sie allerdings häufiger auftreten, bedarf es eines umfassenderen Ansatzes. Wer sich zu häufig oder dauerhaft erhöhtem Stress aussetzt und hin und wieder unter Panik leidet, riskiert, dass diese Störungen chronisch werden. Wenn das passiert, wird nicht nur die Lebensqualität noch stärker beeinträchtigt, sondern die Behandlung auch zusätzlich erschwert. Achtsamkeitsübungen, Meditation und autogenes Training sind beliebte Ansätze um das Stresslevel zu reduzieren.

Verhaltensmuster durchbrechen mithilfe einer Therapie

In der Psychotherapie gibt es aber noch viele weitere Ansätze. Negative Bewertungssystem und Verhaltensweisen müssen durchbrochen und Ängste überwunden werden, ansonsten können die Attacken schnell wieder auftreten, auch wenn es dem betroffenen gelingt, den Stress kurzfristig zu reduzieren. Ganzheitliche Ansätze erfordern auch ein Überdenken des gesamten Verhaltens im Alltag: Mute ich mir zu viel zu? Brauche ich wirklich so viel Arbeit und Stress um glücklich zu sein?

Um solche Fragen zu beantworten, kann eine Psychotherapie eine große Hilfe sein. Der Therapeut ist ein Außenstehender, der präzise und aufschlussreich helfen kann, an welchen Stellen eine negative Selbstwahrnehmung vorliegt, die zu erhöhtem Stress führt. Häufig fällt uns gar nicht auf, wie sehr wir überzogene Mutmaßungen anstellen, was andere von uns denken und erwarten.