Arbeitsbedingte Stressursachen – Diagnose und Stressbewältigung am Arbeitsplatz

Stress am Arbeitsplatz kann sehr vielseitige Ursachen haben. Durch die schnelllebige Gesellschaft wird der Leistungsdruck immer größer. Einfachste Tätigkeiten werden durch Maschinen und Anlagen ersetzt. Dies hat zur Folge, dass die Anforderungen an das Personal steigen. Wer den Schritt mit der Digitalisierung nicht mitgeht wird langfristig auf der Strecke bleiben.

Die Bewältigung von äußeren Stressfaktoren

Eine schlechte Arbeitsorganisation, ungerecht aufgeteilte Arbeitsaufgaben und ein übles Arbeitsklima sorgen für Stress am Arbeitsplatz. Dies sind Themen, die auch äußere Stressfaktoren genannt werden. Wie es schon in der Bezeichnung erkennbar ist, handelt es sich um Faktoren, die nur bedingt beeinflussbar sind.

Ein mieses Arbeitsklima hängt vor allem von den Kollegen ab. Die Stimmung wird durch Menschen gemacht. Gegenwirken kann man nur, indem bestimmte Situationen entschärft werden. Deeskalation ist hierbei das Stichwort.

Schlecht aufgeteilte Arbeitsaufgaben sowie eine chaotische Arbeitsorganisation müssen nicht zwangsweise akzeptiert werden. Auch wenn das Ansprechen dieser Probleme nicht sofort Abhilfe schafft, so müssen die Probleme zumindest aufgezeigt werden. Es darf nicht passieren, dass der Ist-Zustand akzeptiert wird.

Verschiedene Methoden zur Stressreduktion

In der Wissenschaft gibt es unterschiedliche Psychotherapiemethoden zu Stressreduktion. Die bekannteste dabei ist die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. Ziel ist es die Achtsamkeit bewusst zu lenken und dabei den Stress zu reduzieren. Atemübungen sind ebenso Teil der Methode, wie auch Meditation und Yoga.

Auch Genuss als Teil der Achtsamkeit kann den Stress reduzieren. Für einen Moment ausschalten und die Probleme auf die Seite stellen, hilft enorm den Druck in den Griff zu bekommen.

Die Ursache verstehen

Möchte man effektiv die Wurzel des Problems behandeln, dann müssen die Ursachen bekannt sein. Hierfür gibt es das sogenannte Ursache-Wirkungs-Diagramm. Dieses wird auch Fischgrätendiagramm genannt.

Im Prinzip besteht es aus einem großen, langen Pfeil an dessen Ende die Wirkung steht – der Stress.

Bis dorthin besteht der Pfeil aus einigen Nebenästen, die verschiedene Ursachen aufzeigen. Nachfolgend einige mögliche Ursachen:

  • psychischer Leistungsdruck
  • chlechtes Betriebsklima
  • Unzufriedenheit aufgrund mangelnder Selbstverwirklichung
  • zu großer Workload
  • unerfüllbare Aufgabenstellung
  • mangelnde Wertschätzung

Diese Kategorien können nun in weitere Nebenäste unterteilt werden. Für den psychischen Leistungsdruck könnten beispielsweise folgende Ursachen zugrunde liegen:

  • hohe innerbetriebliche Konkurrenz
  • angespannte Auftragslage
  • direkte Konfrontation durch Vorgesetzte

Schrittweise muss an die Kernursache herangetastet werden. Erst wenn das wahre Problem erkannt wurde, kann entsprechend reagiert werden.

Für jedes Kernproblem gibt es gewisse Methoden, die helfen können. Es wird wohl wenig bringen, zu meditieren, wenn Jobverlustängste vorherrschen. Hier muss die Unsicherheit genommen und neues Selbstvertrauen gewonnen werden.

Das Lernen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten umzugehen

In fast jedem Beruf hat man mit Menschen zu tun. Bei dem Umgang mit Menschen spielen Emotionen eine wesentliche Rolle. Auch wenn es viele versuchen, fast nie gelingt es rein auf Sachebene zu diskutieren. Die Folge ist, dass eine Aktion eine Reaktion hervorruft. Um aus dem Kreislauf austreten zu können, darf auf gewisse Verhaltensmuster nicht reagiert werden.

Manchmal wird sogar bewusst damit gespielt, um eine bestimmte Reaktion auszulösen. Ganz im Sinne der Verhandlungs-Jiu-Jitsu sollte ein Schritt zur Seite gemacht werden und der Konfrontation elegant ausgewichen werden. Manchmal ist es sogar gut, wenn es dem Gegenüber ermöglicht wird, Dampf abzulassen.

Wenn keine Reaktion kommt, sorgt dies meist für Überraschung beim Kommunikationspartner.