Angststörungen – Achtsamkeit in der kognitiven Verhaltenstherapie

Angst ist ein biologisch festgelegtes Alarmsignal in unserem Körper und sichert das Überleben des Menschen. Symptome von Angst können sich durch Herzrasen, Atemnot, Schwindel oder ein beklemmendes Gefühl in der Brust erkennbar machen. Angst ist ein unangenehm empfundener Zustand in unserem Leben, kann umgekehrt aber auch Kräfte freisetzen, die uns zur Bewältigung von einer realen Gefahr antreibt.

Der Unterschied zwischen Angst und einer Angststörung

Es gibt Ängste, die gesellschaftlich geschürt werden oder durch kulturelle Einflüsse entstehen. Allerdings auch Phobien, die das Leben eines einzelnen Menschen in gewisser Weise beeinträchtigen. Das kann sich durch anhaltendes Herzrasen, Schweißausbrüche, Zittern, Atemnot bis zur Hyperventilation bemerkbar machen.

Diese Form der Angst steht in keinem natürlichen Verhältnis zur Dimension der erlebten Bedrohung. Hier entsteht der Gedanke zur Flucht oder Vermeidung. Die dabei unterdrückten Gefühle der Lähmung und Panik verlängern den Zustand einer Angstattacke. Die betroffenen Personen können nur noch eingeschränkt bis gar nicht am sozialen Leben teilnehmen.

Von krankhaften Ängsten oder einer Angststörung spricht man dann, wenn diese zu häufig auftreten, zu lange andauern und mit auffälligen, körperlichen Erscheinungen verbunden sind. Das Leben dieser Personen ist deutlich ausgebremst.

Wie kann eine Angststörung behandelt werden?

Durch die Diagnostik bei einem Facharzt wird eine Angststörung ermittelt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Behandlung. Die Medikamentöse, durch Verabreichen eines Antidepressivums, oder eine kognitive Verhaltenstherapie. Diese Art ist eine direkte Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten. Über einen längeren Zeitraum werden Gespräche zwischen Therapeut*in und Klient*in geführt, um die Ursache für die Panikattacken bzw. Ängste herauszufinden.

Ein Teil der Verhaltenstherapie besteht häufig darin, beruhigende Verhaltensweisen zu erlernen und durch z.B. das bewusste tiefe Ein- und Ausatmen die Angst zu verringern, damit der Körper und die Atmung zur Ruhe kommen.

Die Vermeidung vermeiden

In der kognitiven Verhaltenstherapie lernt der/die Klient*in sich den Ängsten zu stellen und aus dem Gefühl der Lähmung herauszutreten. Oft hat sich eine Angststörung über einen langen Zeitraum entwickelt und für die betroffenen Menschen ist es eine Herausforderung professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es wird gemeinsam erarbeitet, mit dem Körper wieder achtsam umzugehen, um den so vorhandenen Stress abzubauen.

Das Ziel der Therapie ist, unrealistische Ängste schnell zu erkennen und zu reflektieren. Die Menschen lernen sich zu fokussieren und die unangemessenen Ängste zu stoppen. Fürsorge kann ein Waldspaziergang, Sport, Lesen, gesellschaftliche Veranstaltungen oder ein Treffen mit Freunden bedeuten. Ein neues Bewusstsein für den Körper erzeugen und so gleichzeitig Ängste verabschieden, ist eines der Ziele einer Therapie.

Eine Angststörung ist heilbar

Eine Angststörung ist heilbar und nach erfolgreicher Beendigung einer kognitiven Verhaltenstherapie sind die Menschen wieder bereit ein angstfreies Leben zu führen um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Können die Ängste zurückkommen?

Menschen neigen dazu, in alte Denkmuster zurückzufallen und dadurch können die Ängste in unregelmäßigen Abständen wiederkommen. Durch das erlernte Verhalten, sich den Ängsten zu stellen, achtsam mit seinem Körper umzugehen und Stress zu vermeiden, ist der Mensch in der Verfassung nicht in die Vermeidung zu gehen und so die Ängste zu stoppen. Mit jeder erfolgreich gemeisterten Bewältigung werden die Ängste reduziert. Die sofortige Reflektion des vorhandenen Zustands, um das Gefühl der Angst oder Panik stoppen zu können, ist hier wesentlich.

Achtsamkeit dem eigenen Körper gegenüber

In der heutigen und schnelllebigen Zeit haben viele Menschen das Gefühl für ihren Körper verloren. Stress begleitet uns täglich und wenn unser Körper sich meldet ignorieren wir ihn. Wir haben verlernt ihn wahrzunehmen. Achtsamkeit ist eine besondere Form von Aufmerksamkeit des menschlichen Bewusstseins.

Diese Form erlaubt jede innere und äußere Erfahrung im jetzigen Moment sachlich zu erfassen und zuzulassen. Wer achtsam mit seinem Körper umgeht reduziert den Stress, gelangt zu innerer Ruhe, Ausgeglichenheit und einem allgemeinen Wohlbefinden.