Wie Hypnose wirksam als therapeutisches Mittel bei Depressionen eingesetzt werden kann

Depressionen sind in den westlichen Industrieländern eine weit verbreitete psychische Erkrankung. Trotz ihres Bekanntheitsgrades und der allmählichen Akzeptanz als ernst zu nehmende psychische Störung ist die Wissenschaft bezüglich Depressionen noch in ihren Anfangsstadien verhaftet.

Man kann Depressionen nicht auf Röntgenbildern oder unterm Mikroskop sehen und viele Menschen wissen noch immer nicht, dass sie unter Depressionen leiden. Glücklicherweise gibt es trotz der vielen ungeklärten Fragen um Depressionen mittlerweile verschiedene Therapiemethoden für die Krankheit.

Die medikamentöse Behandlung erzielt mit Antidepressiva ihre Erfolge und war lange Zeit die beliebteste Behandlungsmethode bei Depressionen. Inzwischen versucht man jedoch vermehrt, den Ursachen für die Depression auf den Grund zu gehen. Hierfür hat die Psychotherapie verschiedene Methoden entwickelt, unter anderem die Hypnose.

Tiefere Schichten des Bewusstseins

In der Hypnose geht es unter anderem darum, mithilfe verschiedener Entspannungsmethoden in eine tiefere Schicht des Bewusstseins zu dringen. Das ist bei Depressionen hilfreich, um die Ursachen der Krankheit zu finden und an die Oberfläche zu bringen. In manchen Fällen erscheinen die Ursachen ganz offensichtlich, wie bei einem kürzlichen Todesfall in der engeren Verwandtschaft.

Auch hier können jedoch weiter zurückliegende Erfahrungen aus der Kindheit oder Jugend mit hineinspielen, sodass der kürzliche Anlass „nur“ der letzte Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. In manchen Fällen wurde das traumatische Erlebnis auch verdrängt oder es gab in der Kindheit und Jugend immer wieder Verlust- oder Trennungserlebnisse, die für den Betroffenen sehr schmerzlich waren.

All diese verborgenen Ursachen befördert die Hypnose ans Licht, woraufhin der Patient sie mit dem Therapeuten besprechen und verarbeiten kann. Neben der Ursachenforschung hilft die Hypnose auch konkret bei den Symptomen wie Trauer, Antriebslosigkeit und dem Erschöpfungszustand. Der Zustand der neuronalen Entspannung, der bei einer Hypnose entsteht, wirkt sich wohltuend auf das Allgemeinbefinden aus, sodass der Erschöpfungszustand gemildert oder komplett geheilt wird.

Stärken und motivieren

Mittels einer Hypnotherapie kann der Patient einen Zugang zu motivierenden, optimistischen und lebensbejahenden Empfindungen finden, die er zuvor vermutlich für längst verloren gehalten hatte. Die Anwendungsgebiete die Hypnose reichen von psychischen Störungen wie Depressionen und Angstzuständen über psychosomatische Störungen wie Rauchen oder Bulimie bis hin zur Behandlung von somatischen Krankheiten wie dem Reizdarm.

Vor allem, was psychische Störungen wie Angstzustände und Depressionen betrifft, gilt die Hypnose als wissenschaftlich anerkanntes Behandlungsverfahren, dass empirisch erforscht und belegt wurde.

Für die Kostenübernahme der Hypnose von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen gelten zwei wichtige Voraussetzungen, dass die Hypnose als zusätzliche Maßnahme im Rahmen einer Psychotherapie stattfindet und dass sie von einem zugelassenen Psychologen, Arzt oder Heilpraktiker durchgeführt wird.

Im Einzelfall ist es sinnvoll, die Kostenübernahme vorab mit dem Arzt, Psychologen oder Heilpraktiker und der Krankenkasse zu besprechen. Es muss allerdings damit gerechnet werden, dass die Krankenkasse den Antrag in einigen Fällen ablehnt.