Wenn die Arbeit krank macht – Behandlungstherapien

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten klagen über Stress am Arbeitsplatz und die psychischen Belastungen nehmen zu. Die Hauptursachen sind die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, Probleme mit den Arbeitskollegen, lange Arbeitszeiten, Überlastung und die geringe Wertschätzung des Vorgesetzten.

Bedenklich, aber fast vierzig Prozent der Frühpensionen sind auf Stress zurückzuführen, Tendenz steigend. Die psychischen Belastungen mit den negativen Folgen betreffen Menschen jeden Alters. Stress und psychische Belastungen sind kein Schicksal Psychische Belastungen am Arbeitsplatz müssen nicht als Schicksal akzeptiert werden.

Kritische Lebensereignisse

Wer sich rechtzeitig Hilfe holt, dem kann durch die Psychotherapie geholfen werden. Wird der Mensch im Laufe seines Lebens mit zusätzlichen Belastungen konfrontiert, kommt es zu kritischen Lebensereignissen. Chronische Belastungen im Beruf und permanenter Stress führen zu einer Erhöhung des psychischen Anspannungsniveaus. Gelingt es der Person, durch gewisse Maßnahmen das Anspannungsniveau wieder zu senken, so hat dies das Verschwinden der Krankheit zur Folge.

Derartige Maßnahmen können unterschiedlichste Formen der Bewältigung sein, beispielsweise eine psychotherapeutische Behandlung. Verschiedene Behandlungstherapien Verhaltenstherapie ist als ein klinisch- psychologischer Behandlungsansatz zu verstehen, der eine Vielzahl von Techniken und Maßnahmen vereinigt, die im therapeutischen Prozess entsprechend den Problemen der KlientInnen unterschiedlich miteinander kombiniert werden können.

Sie ist nicht als eine isolierte Therapiemethode zu verstehen, der eine einzige Theorie zugrunde liegt. Das Ziel der Verhaltenstheorie ist die Autonomie und Selbstregulation der KlientInnen, das heißt Hilfe zur Selbsthilfe. Im Laufe des therapeutischen Vorgehens werden Fertigkeiten zur selbstständigen Analyse und Bewältigung von Problemen vermittelt.

KlientInnen sollen in der Lage sein, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ein Optimum an Lebensqualität und Wohlbefinden verwirklichen zu können.

Kognitive Umstrukturierung

Kognitive Verfahren versuchen, die Prozesse des Denkens, der Bewertung, der Erwartung und der Vorstellung zu verändern. Die Verfahren der kognitiven Umstrukturierung setzen beim Prozess der Wahrnehmung und Bewertung an. Therapeuten leiten durch bestimmte Strategien der Gesprächsführung an, ihre Wahrnehmungen, Bewertungen und Erwartungen zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern.

Im Rahmen einer kognitiven Umstrukturierung sollen diejenigen Aspekte des Denkens, die mit den psychischen Belastungen in einem funktionalen Zusammenhang stehen, identifiziert und verändert werden.

Gesprächstherapie

Ist das Selbstkonzept des Menschen zu starr oder unzutreffend, kann der Mensch seine Ziele und Bedürfnisse gar nicht oder nur verzerrt wahrnehmen. Das Streben des Menschen nach Selbstverwirklichung und Reife wird jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn seine Selbstheilungskräfte gestärkt werden und genau darin besteht die Aufgabe des Therapeuten. Ihre Unterstützung erfolgt in Form von Gesprächen.

Für Therapeuten sind in ihrem Vorgehen drei Grundhaltungen von besonderer Bedeutung: Empathie, Wertschätzung und Kongruenz. Den Patienten soll es im Laufe der Therapie gelingen, ihre Wahrnehmungswelt, ihre Empfindungen und ihre Gefühle zu erforschen, um so ihrem Ziel nach Selbstverwirklichung näherzukommen.

Gestaltungstherapie

Patienten stellen sich in der Therapie Konflikten und erproben neue Formen der verbalen und nonverbalen Äußerung. Mit den Patienten wird reflektiert, wie sich fühlen, wenn sie dieses oder jenes sagen oder tun.