Was macht eine gute Psychotherapie aus?

Durch eine Psychotherapie sollen Probleme in der Lebensführung eines Menschen und psychische Erkrankungen behandelt werden. Der Psychotherapeut wendet Gespräche mit dem Patienten an, die er durch Verhaltens- und Entspannungsübungen ergänzt. Der Therapeut greift auf kognitive Verhaltenstherapien zurück und zeigt dem Patienten neue Handlungsmöglichkeiten.

Bei der Verhaltenstherapie sollen die Fähigkeiten des Patienten ausgebildet und dessen Selbstregulierung gefördert werden. Dabei werden ihm Bewertungen und Gedanken deutlich gemacht und bei Bedarf korrigiert, wodurch er neue Verhaltensmuster umsetzt. Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass ein Patient neue Verhaltensweise erlernen kann, um beispielsweise Ängste zu überwinden und sein Selbstvertrauen herzustellen. Verhaltenstherapien haben sich bei der Behandlung von Depressionen, Angst, Zwängen und Problemen mit der Selbstsicherheit bewährt.

Tiefenpsychologie setzt in der Kindheit an und geht davon aus, dass seelische Probleme Folge unbewusster Konflikte der Kindheit sind. Der Therapeut analysiert die Lebensgeschichte des Patienten, sucht Ursachen für das Leiden und beginnt, Lösungsansätze zu benennen und umzusetzen.

Anwendungsbereiche und Krankheitsbilder

Eine Psychotherapie kann notwendig werden, wenn der Patient das Gefühl entwickelt, überfordert zu sein und nicht mehr alleine den Alltag bewältigen kann. Bei ihm können auch Beschwerden vorliegen, zu denen Konzentrations- und Schlafstörungen gehören. Die Ursachen für diese Symptome können einen psychischen Hintergrund haben. Ebenso können Probleme im zwischenmenschlichen Bereich durch eine Therapie behoben werden. Anhaltspunkte, die die Hilfe durch einen Psychotherapeuten notwendig machen, sind folgende Symptome:
• Niedergeschlagenheit, die selbst bei positiven Ereignissen nicht verschwindet.
• Der Patient fühlt sich ängstlich und hat eine Furcht vor Situationen oder Objekten.
• Es entstehen Schwierigkeiten oder Ängste, wenn neue Lebensumstände eintreten oder Veränderungen anstehen.
• Der Patient klagt über Erschöpfung im beruflichen und privaten Bereich, die sich durch körperliche Leiden, wie Magenkrämpfe oder Kopfschmerzen zeigen kann.

Durchführung der Psychotherapie

Therapeuten besprechen mit den Patienten psychische Beschwerden und helfen, sich an Erlebnisse aus der Vergangenheit zu erinnern und sie zu verarbeiten. Sie klären mit ihren Patienten die Konfliktereignisse und überlegen, wie sie sich in bestimmten belastenden Situationen anders verhalten. Dabei arbeiten Psychotherapeuten zum einen durch eine therapeutische Beziehung, die sich während einer Behandlung entwickelt und zum anderen durch Reflexionstechnik und praktische Übungen, die die Patienten während der Therapie erlernen können.

Erfolgsaussichten

Nachgewiesen ist, dass psychotherapeutische Behandlungen bei fast allen psychischen Erkrankungen wirken. Eine Psychotherapie kann depressive Phasen erheblich verkürzen. Um die Wirksamkeit von Behandlungen darzustellen, wurde die sogenannte Effektstärke als Maßstab für die Berechnung der Wirkung einer Behandlung entwickelt. Wer sich in eine Psychotherapie begibt, hat somit eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich sein Krankheitsbild deutlich verbessert.