Die Traumafolgestörung

Inhaltsverzeichnis
  1. PTBS
  2. Traumabewältigung

Was steckt hinter der Bezeichnung Traumafolgestörungen und wie kann sich eine solche Störung entwickeln? Was ist überhaupt ein Trauma? Psychologisch gesehen handelt es sich um eine psychische Störung, die durch ein einmaliges bedrohliches Erlebnis ausgelöst wird.

Das kann ein Unfall sein ebenso wie ein Kriegserlebnis, die Verwicklung in einen Kriminalfall, Verlusterfahrung, ein Wohnungseinbruch oder es sind Gewalterfahrungen, dazu gehört die körperliche und die verbale Gewalt. Nicht zu verwechseln ist ein Trauma mit einem Traumata. Dieser Begriff steht für traumatische Ereignisse, die sich wiederholen wie beispielsweise Misshandlungen, Folter oder Vernachlässigung.

Traumatische Ereignisse können Menschen in extreme Angst versetzen und hilflos machen. Körper, Geist und Seele sind überfordert, eine natürliche Bewältigung ist nicht möglich. Es kommt zu einer psychischen Störung und professionelle Hilfe ist nötig. Menschen reagieren unterschiedlich und sind daher nicht im gleichen Maße anfällig für diese Erkrankung.

Ein geborgenes und sicheres soziales Umfeld sowie Anerkennung sind der beste Schutz. Die Dauer des Vorfalles wirkt sich ebenfalls auf den Verlauf aus. Eine Vergewaltigung führt zu einer schwerwiegenderen Störung als ein Unfall. Kinder sind in der Regel gefährdeter als Erwachsene und auch für bereits psychisch erkrankte Menschen besteht ein größeres Risiko. Die Aktivierung stärkender Ressourcen ist ein guter Schutzmechanismus, denn je mehr Schutzfaktoren vorhanden sind, desto weniger besteht die Gefahr zu erkranken.

PTBS

Eine Form der Traumafolgestörungen ist die PTBS = Posttraumatische Belastungsstörung. Unkontrollierte Gedanken lassen das Erlebte in Form von Bildern immer wieder aufleben. Dieses Symptom wird auch Flashback genannt. Traumatisierte Menschen meiden ähnliche Situationen und versuchen dahingehende Gedanken zu verdrängen.

Anderen Menschen gegenüber verschließen sich die Betroffenen und sind kaum mehr im Stande etwas zu empfinden. Körperliche Anzeichen können sich bemerkbar machen wie Schreckhaftigkeit, rasender Puls, Zittern, PTBS. Psychische Begleiterscheinungen, die meist erst nach einem halben Jahr oder später auftreten sind möglich, hierzu zählen Alkoholismus, Missbrauch von Arzneimitteln, Burnout, Depression, Angst- oder Essstörung, Anpassungsstörung, Somatoforme Störung.

Traumabewältigung

Der einzige Weg zur Genesung führt durch eine Psychotherapie. Es gibt diverse Therapieformen, empfehlenswert ist jedoch eine speziell entwickelte Traumatherapie. Der Betroffene wird mit dem Trauma konfrontiert, denn eine Auseinandersetzung mit dem Geschehenen ist unumgänglich für die Verarbeitung. Die Behandlung findet auf drei Ebenen statt, dazu gehört auch, dem Patienten zu helfen, sich wieder in das soziale Leben zu integrieren. Das Setzen von Zielen und Prioritäten sollte wieder möglich sein, um sich neu zu orientieren.

Ein wichtiger Punkt zur Bewältigung einer Verlusterfahrung ist die Trauer. Es findet ebenfalls eine Aktivierung vorhandener Ressourcen statt, wenn dieses nicht intuitiv erfolgt. Bedrohliche Emotionen werden reguliert. Besonders wichtig ist, dass der Patient sich wieder sicher in der Welt fühlen kann und sein Selbstwertgefühl zurück bekommt. Die Wirkweisen und Dauer einer Psychotherapie sind sehr individuell und richten sich nach dem Ausmaß der psychischen Störung und der Bereitschaft zu einer Behandlung.