Hypnose zur Bewältigung von Angstzuständen

Unter den aktuellen Therapiemethoden, um Angstzustände zu bewältigen, findet die Hypnose immer mehr Anwendungsgebiete. Dabei bedient sich die Hypnose eines einfachen Mechanismus, der es ihr ermöglicht, die Ursache für Angstzustände direkt anzusprechen.

In aller Regel entstehen Ängste und Phobien durch ein antrainiertes Verhalten. Die Ursachen können dabei von Fall zu Fall stark variieren. Einem Großteil der Fälle, ist dabei allerdings ein immer gleicher Ablauf gemein. Durch einen Auslöser wird eine bestimmte Reaktion im Körper automatisch gestartet, auf die der Betroffene keinen direkten Einfluss hat. Es handelt sich dabei um eine unterbewusste Kompetenz, die mit dem Fahren eines Autos vergleichbar ist.

Unterbewusste Abläufe

In der Fahrschule haben wir bewusst die Abläufe und Verhaltensweisen gelernt, die wir im Straßenverkehr benötigen. Dabei war es nötig zu lernen, wie wir zum Beispiel auf eine rote Ampel reagieren. Wir haben gelernt, zuerst den Fuß vom Gas zu nehmen, anschließend die Kupplung zu betätigen und erst dann zu bremsen.

Mit zunehmender Praxis erfordert dieser Vorgang kein aktives Nachdenken mehr. Unser Unterbewusstsein weiß genau was zu tun ist und reagiert automatisch. Es wird mit der Zeit zu einer unterbewussten Kompetenz.

Angstzustände folgen Mustern

Nach diesem Muster funktionieren auch Angstzustände. Durch einen externen Auslöser (die rote Ampel) startet ein Automatismus (das Bremsen).
Ziel eines Therapeuten ist es nun, diesen Automatismus zu durchbrechen und durch eine neue Verhaltensweise zu ersetzen. Dafür ist die Anlage eines neuen Verhaltensmusters beim Patienten erforderlich.

Anstatt nun den langen Weg, über das bewusste Lernen, hin zu einer neuen unterbewussten Kompetenz zu gehen, nimmt die Hypnose eine Abkürzung. So ist es möglich direkt mit dem Unterbewusstsein zu kommunizieren. Hier kann das neue gewünschte Verhalten direkt angelegt werden. Es ist kein bewusstes Lernen und ständiges Wiederholen notwendig.

Der Therapeut nutzt dafür die bereits vorhandenen Mechanismen. Anstatt auf eine Spinne oder auf Höhe mit Angst oder sogar Panik zu reagieren, ist es jetzt möglich die Aussicht zu genießen oder fasziniert einer Spinne beim Spinnen ihres Netzes zuzuschauen. Durch die Hypnose kann die Therapie von Angstpatienten, von Wochen oder sogar Monaten, auf wenige Sitzungen reduziert werden. Die so gewonnene Zeit steht dann für neue Hobbies zu Verfügung. Wie wäre es zum Beispiel mit Klettern oder einer eigenen Spinnenzucht?