Burn Out oder Depression? Krank oder einfach nur erschöpft?

Das Burnout-Syndrom ist keine anerkannte Krankheit, sondern ein Zustand, der durch Probleme bei der eigenen Lebensbewältigung hervorgerufen wird. In diesem Zustand fühlen sich Patienten emotional völlig erschöpft und nicht mehr leistungsfähig.

Das Burnout-Syndrom ist das Ende einer, meist langwierigen, Entwicklungslinie. Diese beginnt häufig mit zu hohen Ansprüchen an sich selber, geht weiter mit frustrierenden Erlebnissen und läuft dann häufig nach und nach in eine Depression über. Stress ist normalerweise der erste Auslöser für den Beginn dieser Entwicklungslinie.

Symptome beim Burnout-Syndrom

Die Symptome beim Burnout-Syndrom werden in drei Kategorien eingeteilt:

1. Emotionale Erschöpfung

Diese wird durch dauerhafte Anspannung und dauerhaften Stress hervorgerufen. Die Patienten sind von Müdigkeit, Schwäche, Antriebslosigkeit und Kraftlosigkeit betroffen. Häufig leiden diese auch unter leichter Reizbarkeit.

2. Depersonalisierung

Bei der Depersonalisierung entfernen sich die Patienten immer mehr von den Menschen, mit denen sie in ihrem Arbeitsalltag zu tun haben. Dies kann sich sowohl auf Arbeitskollegen als auch auf Kunden beziehen. Der Patient betrachtet nur noch den reinen Arbeitsaspekt zu den Personen und lässt alle anderen Faktoren (z.B. die Persönlichkeit) völlig außer Acht.

3. Erleben von Misserfolg

Durch die Depersonalisierung und die damit zusammenhängende Entfernung von Personen in dem Arbeitsalltag von Betroffenen, können diese nicht mehr effizient auf deren Bedürfnisse eingehen. Dadurch sinkt die Arbeitsleistung und die Betroffenen fühlen sich ineffizient. Außerdem steigen ihre Anforderungen an sich und ihre Leistungen nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ gesehen.

Behandlungen (Interventionen) des Burnout-Syndroms

Man unterscheidet bei den Behandlungen des Burnout-Syndroms zwischen den personenbezogenen (Behandlungen, die sich auf die Persönlichkeit des Betroffenen beziehen) und den organisationsbezogenen (Behandlungen, die sich auf die Organisation des Alltags oder der Arbeit des Betroffenen beziehen) Interventionen. Zu den personenbezogenen Interventionen gehören z.B. kognitives Verhaltenstraining, Training von berufsbezogenen Fähigkeiten, soziale Unterstützung, Entspannungsübungen und Kommunikationstraining. Zu den organisationsbezogenen Interventionen gehören z.B. die Umstrukturierung von Arbeitsabläufen, die Modifikationen der Schichtarbeit oder Arbeitsbewertung.

Die Depression

Die Depression ist eine anerkannte, psychische Störung. Man unterteilt die Depression in 6 verschieden Arten: Die anaklitische, somatisierte, organische, agitierte, atypische und Spät-/ Involutionsdepression.

Symptome der Depression

Typische Symptome einer Depression sind Stimmungseinengung, Antriebshemmung, innere Unruhe und ein gestörter 24-Stunden-Rythmus. Die Symptome sind letzten Endes vielfältig und können sich geschlechts- und altersspezifisch unterscheiden. So sind betroffene Frauen eher grübelnd und nachdenklich, während Männer meist in aggressives und unangepasstes Verhalten verfallen.

Behandlung der Depression

Eine Depression kann relativ gut behandelt werden. Zu den üblichen Behandlungsmethoden zählen physikalische Maßnahmen (z.B. die Lichttherapie oder die elektrische/elektromagnetische Stimulationen, Psychotherapie oder auch eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva. Die einzelnen Methoden werden häufig auch kombiniert. Neben den o. g. Methoden können bei einer leichten depressiven Verstimmung auch schon eine Ernährungs- und Lebensumstellung und
das Treiben von Sport helfen.