EDMR Therapie bei ADS und ADHS von Kindern und Jugendlichen

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) bedeutet die Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung, eine Form der Psychotherapie. Dr. Francine Shapiro (USA) entwickelte sie Ende der 1980er Jahre, um die Folgen von Traumata zu behandeln. Mit dieser wissenschaftlich anerkannten Methode sind auch ADS und ADHS bei Kindern und Jugendlichen erfolgreich behandelt worden.

Tiefenpsychologischer Ansatz

Das ist deshalb möglich, weil EMDR nach einem tiefenpsychologischen Ansatz funktioniert, der die Erfahrungen der Kinder und Jugendlichem mit ADS und ADHS – Verlusterfahrung, Ablehnung, Frustration, Ängste, Blockaden – wie Traumata behandelt. Die Erinnerungen an die belastenden Erlebnisse in Elternhaus und Schule werden durch die EMDR-Methode nachbehandelt, so dass das belastende Material in kreatives umgewandelt wird. Mit Hilfe ihrer durch EMDR aktivierten Selbstheilungskräfte schaffen es die Kinder und Jugendlichen, ihre belastenden Erinnerungen zu verarbeiten.

Die Arbeit mit Bildern

EMDR benutzt als Techniken die freie Assoziation, die Symbolisierung mittels Bildern oder Karten und die bilaterale Stimulierung des Kindes oder Jugendlichen mit ADS und ADHS sowohl zur Diagnose als auch zur Therapie. Damit wird erst mal das Thema ermittelt, d.h. ob es sich um Verlusterfahrung, Ablehnung oder Frustration handelt.

Dann wird die bipolare Stimulation genutzt, d.h. der Therapeut bewegt die Finger seiner Hand abwechselnd nach links und rechts, wobei das Kind oder der Jugendliche diesen Bewegungen mit seinen Augen folgt. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte des Gehirns der Patienten angeregt, sie können danach das Erlebte besser loslassen und Konflikte einfacher lösen. Auf diese Weise werden auch ihre Ängste und Blockaden gelöst, die ja meistens mit traumatischen Erlebnissen zusammenhängen.

Besonders bei Kindern und Jugendlichen, die aus geschiedenen Familien kommen oder durch Unfälle oder Krankheit ein Elternteil verloren haben, kann die Verlusterfahrung mit EMDR erfolgreich nachgearbeitet werden. Die belastenden Erlebnisse können bei diesen Kindern und Jugendlichen durch die bilaterale Stimulation so transformiert werden, dass daraus gesundes Material entsteht. Die Erinnerung verändert sich nach der Therapie mit EMDR, Angst, Frustration und Ablehnung weichen, die Vergangenheit kann vom Patienten losgelassen werden, damit verbundene Emotionen klingen ab.

Schon nach relativ kurzer Dauer der EMDR-Anwendung – ob als wöchentliche Einzelsitzung oder begleitende Unterstützung – ist bei den Kindern und Jugendlichen, die mit Verlusten, Ängsten und Blockaden zu tun hatten, wieder Lust auf Kindergarten und Schule spürbar.